Frank Asbeck
Wider das Öko-ZK

Frank Asbeck preist sanfte, erneuerbare Energie. Das ist praktisch sein Job. Asbeck ist Gründer und Chef der Solarworld AG. Als solcher besitzt er nicht nur ein Parteibuch der „Grünen“ – sondern auch drei schwere Motorräder und einen Toyota-Geländewagen. Wie verbindet er seinen Beruf mit der politisch unkorrekten Leidenschaft?

BAD GODESBERG. Er hat keinerlei Mühe, sich selbst auf die Schippe zu nehmen. „Fat boy auf einer Fat Boy“, kalauert Frank Asbeck und schwingt sich mit seinen rund 120 Kilo auf das Motorrad mit dem legendären Ruf von Freiheit und Abenteuer. Asbeck findet zwar nicht allzu viel Zeit mehr für sein Hobby, hat aber gleich drei schwere Maschinen daheim im Stall. Neben der Harley-Davidson noch eine alte BMW mit Seitenwagen und Schorsch-Meyer-Rennsattel sowie ein modernes Zweirad im Porsche-Design. Nicht zu vergessen der Toyota-Geländewagen, den Jäger und Naturliebhaber Asbeck für Flur und Forst nutzt, und ein flotter Maserati, mit dem er über die Bonner Straßen flitzt.

Für einen Mann, der als Gründer und Chef der Solarworld AG die sanfte, erneuerbare Energie preist und das Parteibuch der „Grünen“ besitzt, ist das ein ganz ansehnlicher Fuhrpark. Auch wenn der Geländewagen mit Rapsöl betrieben wird und Asbeck bei Sportwagenherstellern auf den Einbau von teuren Schadstoff-Filtern drängt („Wer so viel Geld für ein Auto ausgibt, kann auch ein paar Tausender dafür drauflegen“), könnten statistischer Flottenverbrauch und CO2-Ausstoß jeden Klimaschutz-Papst schon mal über eine Exkommunikation des Motorenfans nachdenken lassen.

Asbeck juckt das nicht. „Ich bin“, sagt er fröhlich – und ein bisschen trotzig –, „keinem Öko-ZK oder Parteivorstand Rechenschaft schuldig.“ Nur seinem Aufsichtsrat – wobei es die Sache erleichtert, dass ihm immer noch ein Viertel des Kapitals gehört. Börsenwert: rund eine Milliarde Euro. Und als blendend verdienender Umwelt-Unternehmer kann und will es sich Asbeck leisten, draußen in der Natur nicht nur seine Denk-Batterien beim gemächlichen Spaziergang aufzuladen, sondern sich eben auch wie in alten Road-Movie-Zeiten per Kickstart einen Adrenalinschub zu holen.

Der Mann hat ein sonniges Gemüt und einen sturen Kopf. Und recht betrachtet, ist er auch in seinem 48. Lebensjahre immer noch ein großer Junge, der trotz – oder vielleicht gerade wegen – seiner Körperfülle sehr behände reagiert und seine Kräfte äußerst überlegt einsetzt. Wie er es schon in der Jugend getan hat. Erst vor kurzem, so erzählt Asbeck, hat er beim Stöbern in der Erinnerungskiste einen zerknitterten Zettel mit einer Art Organigramm aus seiner Schulzeit gefunden: „Da war ich bei einer Jungens-Clique der Hauptmann und hab sozusagen die Strategie entworfen. Und hatte einen Vize, der alle in Trab hielt. Jetzt habe ich wieder einen Chief Operating Officer und kann mir als Boss mal die freie Stunde gönnen, um auf neue Gedanken zu kommen.“ Einerlei, ob er da nun mit seinen schweren Maschinen durch die kurvige Eifel brettert oder bloß ruhig daheim ein Stündchen länger im Bett liegen bleibt.

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