Frank Esser
Ein echter Telekomfan

Frank Esser ist einer der wenigen Ausländer, die es in Frankreichs Wirtschaft nach oben geschafft haben. Er hat SFR Cegetel, den zweitgrößten Telekomkonzern des Landes, zur Erfolgsstory gemacht und attackiert mit dem Festnetzerwerb Neuf jetzt Marktführer France Télécom.

PARIS. Wenn Frank Esser, Chef des französischen Mobilfunkers SFR, Journalisten in seinem hellen Büro oben im SFR-Hochhaus empfängt, geht es unfranzösisch gelassen zu. Seine dunkelblaue Krawatte hat der Deutsche sauber gefaltet in der Tasche seines weißen Hemdes stecken. Sein Sakko baumelt über der Stuhllehne. Und auf die in Frankreich oft so übliche Armada an Kommunikationsberatern verzichtet der Telekommanager bei Interviews ebenfalls.

Dabei macht der Mann derzeit in Frankreich Schlagzeilen. Denn in den nächsten Tagen wird die von ihm geführte SFR die restlichen Aktien der Festnetzgesellschaft Neuf übernehmen. Damit schmiedet ausgerechnet ein Deutscher einen echten Herausforderer für den staatlich dominierten Platzhirsch France Télécom. Und als ob das nicht genug wäre, schielt Esser auch noch auf die zu verkaufende Alice, die französische Telekomtochter der Telecom Italia.

Kein Deutscher hat es in der französischen Geschäftswelt so weit gebracht wie Esser als Chef der zweitgrößten Telekomgesellschaft Frankreichs und damit gleichzeitig Vorstand bei der Mutter Vivendi. Doch Esser protzt damit nicht. „Er wird hier von allen sehr geschätzt“, heißt es lobend in der Vivendi-Zentrale. Seine direkte, zugängliche Art komme bei Vorstandskollegen wie bei Mitarbeitern gut an.

Dennoch muss auch Esser manchmal Umwege gehen, um zum Ziel zu kommen – wie jetzt bei der Festnetzgesellschaft Neuf. Erst fusioniert SRF seine Festnetztochter Cegetel mit Wettbewerber Neuf, bringt dann das fusionierte Unternehmen an die Börse, um es kurze Zeit später wieder teuer zurückzukaufen. „Wir haben stets gesagt, dass wir die Kontrolle übernehmen wollen“, betont Esser, „doch beim Börsengang wollte Louis Dreyfus (Großaktionär von Neuf, d. Red.) seine Anteile nicht verkaufen.“ Dank der Börsenbewertung konnte der Geschäftsmann nun einen guten Preis rausschlagen.

Und Esser bekommt mit Neuf nicht nur drei Millionen Kunden, sondern vor allem ein 49 000 Kilometer langes Glasfasernetz. Das kann er gut gebrauchen; denn wenn seine Mobilfunk-Kunden immer öfter mit dem Handy im Web surfen oder per Messenger kommunizieren, braucht SFR ein leistungsstarkes Netz, um den steigenden Datenverkehr abwickeln zu können.

Ähnlich wie France-Télécom-Chef Didier Lombard ist Esser ein echter Telekomfan. Die neuesten Produkte seines Hauses muss er immer gleich selbst ausprobieren; wie das kleine, leichte Notebook „EeePC“ von Asus, das SFR gemeinsam mit einem UMTS-Mobilfunk-Vertrag für mobiles Surfen vermarktet.

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