Frankfurter Flughafen
Fraport erwartet erstmals seit 2003 weniger Passagiere

Der Flughafenbetreiber Fraport rechnet in diesem Jahr erstmals seit 2003 mit weniger Passagieren an seinem größten Drehkreuz Frankfurt. Trotzdem hält das Unternehmen an seinem Gewinnziel fest.

HB FRANKFURT/MAIN. Für das Gesamtjahr 2008 sei mit einem Rückgang von 1,0 bis 1,5 Prozent zu rechnen, teilte die Fraport AG am Donnerstag bei der Vorlage der Neunmonatszahlen mit. Im Oktober hat der Flughafenbetreiber auf seinem Heimatflughafen in Frankfurt bei den Passagierzahlen einen Rückgang von fast 5 Prozent verzeichnet. Das Frachtaufkommen sei dort den vorläufigen Zahlen zufolge im Jahresvergleich um rund 4 Prozent zurückgegangen, sagte Vorstandsvorsitzender Wilhelm Bender am Donnerstag laut Redetext.

Wichtigste Ursachen für das erwartete Minus seien die hohen Energiekosten, die Finanzmarktkrise, die nachlassende Konjunktur und Sondereffekte durch streikbedingte Flugausfälle im vergangenen Sommer. Zuvor war die Fraport noch von einem Plus von einem Prozent ausgegangen. 2007 waren in Frankfurt fast 54,2 Mio. Fluggäste gezählt worden, was einen Rekord bedeutete.

Trotz des Passagierverlustes in Frankfurt geht das Unternehmen weiter davon aus, den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in diesem Jahr steigern zu können. Auch die Dividende soll mindestens stabil bleiben. In den ersten neun Monaten 2008 ging der Umsatz aufgrund von Sondereffekten um 8,8 Prozent auf knapp 1,6 Mrd. Euro zurück. Das Ergebnis unter dem Strich stieg um 0,6 Prozent auf knapp 220 Mio. Euro.

Das Unternehmen hält auch an seinen Expansionsplänen für China, Russland und Großbritannien fest. „Derzeit bieten sich etliche Möglichkeiten“, sagte Bender. Dazu zähle der geplante Verkauf der Londoner BAA-Flughäfen Gatwick und Stansted in England ebenso wie die Teilnahme von Fraport an der Ausschreibung für die Konzession des Flughafens Pulkovo in St. Petersburg. Auch in anderen Regionen wolle das Unternehmen aktiv werden. Zum offiziellen Start der Fraport-Beteiligung am Flughafen X'ian in China hat Fraport zudem offiziell Gespräche in Qingdao und Kunming eingeleitet. Dazu sei jeweils ein Memorandum of Understanding unterzeichnet worden.

Der Flughafenbetreiber zeigte sich unzufrieden mit der Entwicklung seiner Beteiligung Hahn im Hunsrück. „Insgesamt haben wir die Planziele nicht erreicht“, sagte Fraport-Finanzvorstand Matthias Zieschang am Donnerstag bei der Vorlage der Neunmonatszahlen. Von Januar bis September erwirtschaftete der Flughafen Hahn einen Verlust vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 7,8 Mio. Euro, im Vorjahreszeitraum waren es minus 8,7 Mio. Euro. Zieschang zeigte sich zuversichtlich, das Ziel einer schwarzen Null unter dem Strich 2010 zu erreichen. Nachhaltig werde die Fraport Verluste in Hahn nicht akzeptieren, bekräftigte Zieschang.

Unterdessen kündigte der Vorstandsvorsitzende von Fraport, Wilhelm Bender, sein baldiges Ausscheiden an. Sein Vertrag laufe bis Ende August 2009, sagte Bender am Donnerstag. „Ich gehe davon aus, dass ich das Unternehmen dann verlasse.“ Dies müsse aber der Aufsichtsrat entscheiden. Bender wird am 3. August nächsten Jahres 65 Jahre alt. Er ist seit Januar 1993 Chef der Fraport. In den vergangenen Monaten war in Medien spekuliert worden, sein Vertrag könnte nochmals verlängert werden.

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