Frankreich
François Pérol: Der Leisetreter

Ein ehemaliger Präsidentenberater steigt zum neuen starken Mann in Frankreichs Banken-Business auf: François Pérol ist ein umstrittenes Symbol dafür, wie Nicolas Sarkozy viele Schlüsselstellen der Nation mit Vertrauten besetzt.

PARIS. François Pérol betritt gegen 9.35 Uhr den Saal "Lamartine" des französischen Parlaments. Sofort umlagert ihn ein Pulk von Fotografen und Kameraleuten. Der neue Chef der genossenschaftlichen Bankengruppen Caisse d?epargne und Banque Populaire zeigt keine Regung.

Der Ex-Wirtschaftsberater von Nicolas Sarkozy soll vor dem Finanzausschuss aussagen, wie er Chef von Frankreichs zweitgrößter Bank geworden ist. Seine Benennung ist umstritten, denn die Fusion der Banque Populaire und der Caisse d?epargne hatte er als Präsidentschaftsberater in großen Teilen mitgestaltet.

Gestern absolvierte Pérol den ersten öffentlichen Auftritt in seiner neuen Rolle. Daher sitzen fast so viele Journalisten wie Abgeordnete an den kreisförmig angeordneten Tischen.

Der neue Bankchef ist zu einer Symbolfigur geworden. Ein Symbol dafür, wie Sarkozy seine Macht ausübt. Dieser hat wenig Vertrauen in die Konzernchefs - und schon gar nicht in die Banker des Landes. Daher besetzt er Schlüsselstellen mit Vertrauten. Wie jetzt mit Pérol.

Der Manager mit dem rundlichen Gesicht und schütteren grauen Haar ist bemüht, seine Rolle kleinzureden. "Ich bin nicht der allwissende Mann im Elysée-Palast, da muss ich Sie enttäuschen", sagt er. Er spricht leise, unterstreicht seine Worte mit den Händen. Er redet viel - antwortet aber immer an den Fragen vorbei.

Nein, die Fusion sei nicht seine Idee gewesen, darüber hätten die Banken "seit Jahren" diskutiert. Dabei wollen die Abgeordneten wissen, wieso ausgerechnet er, der Präsidentenberater, die Führung der fusionierten Bank übernehmen musste. Ein "neutraler Mann" sei an der Spitze nötig gewesen, entgegnet Pérol.

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