Franz Fehrenbach
Der grüne Franz

Bosch-Chef Fehrenbach öffnet den weltgrößten Autozulieferer für alternative Energiemärkte. Der ehemalige Ökomanager des Jahres richtet nicht erst seit der jüngsten Übernahme des drittgrößten deutschen Solarzellenherstellers Ersol den Konzern neu aus.

STUTTGART. Beim Besuch des Bosch-Forschungszentrums in Abstatt bei Heilbronn schweift sein Blick über die Weinberge, im indischen Bangalore bemerkt er ein paar Eichhörnchen, als sie auf die Palmen springen, und bei der Neueröffnung der Bosch-Landeszentrale in Seoul kommt nur ein Regenschauer dazwischen, sonst hätten der Chef selbst symbolisch einen Baum gepflanzt.

Manchmal geben kleine Dinge Hinweise auf Größeres: Franz Fehrenbach hat ein Auge für die Natur. Ausgerechnet der Chef des weltgrößten Automobilzulieferers, mag man denken. Ein Grüner ist der 58-Jährige sicherlich nicht.

Aber behutsam und mit Nachdruck korrigiert der Ökomanager des Jahres 2006 den Kurs des Konzerns auf Zukunftstechnologien jenseits des Autos. Für eine Milliarde Euro hat Bosch am Montag den drittgrößten deutschen Solarzellenhersteller gekauft. Ganz nebenbei wurde Bosch zuvor durch den Kauf zweier Unternehmen in Schweden und den USA zum Weltmarktführer von Elektrowärmepumpen. Zum neuen vierten Geschäftsfeld - neben Automobiltechnik, Industrietechnik und Gebrauchsgütern - ist es jetzt kein großer Schritt mehr.



"Eigentlich ist Bosch ein Energiewandlungsunternehmen", vertraute er einmal der FAZ an. Franz Fehrenbach hat die unter dem legendären Bosch-Chef Hans L. Merkle unter dem Eindruck der Ölkrise entstandenen und unter Vorgänger Hermann Scholl fortgesetzten "3 S-Strategie "schnell, sauber und sicher" weiter ausgelegt. Seine Ausrichtung auf erneuerbare Energien, Internationalisierung und Wertetableau für einen Weltkonzern lassen seine Handschrift deutlich werden.

Niemand ahnte bei seinem Amtsantritt am 1. Juli 2003 wie ernst er es bereits meinte. Damals nahm er ausdrücklich Bezug auf Unternehmensgründer Robert Bosch: "Die Balance zu halten zwischen der langfristigen Unternehmenssicherung sowie gesellschaftlichen und Umwelt-Belangen sehe ich als meine zentrale Aufgabe als Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung an."

Der erst sechste Chef in der über 120-jährigen Firmengeschichte verankerte schon damals die ökologische Dimension in der künftigen Konzernstrategie. Vor zwei Jahren sprach er bereits auf der Bilanzpressekonferenz auf über vier seiten Redetext über die Bedeutung der Umwelt und Resourcenschonung - lange bevor die Co2-Diskussion und die Ölpreishausse die Schlagzeilen eroberte.

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