Franz Herrlein soll helfen
Dresdner baut Vorstand um

Franz Herrlein, bislang Vorstand bei Unicredit, soll der Dresdner Bank helfen, ihre Effizienz zu verbessern. Der neue Mann im Führungsgremium soll sich vor allem der betrieblichen Abläufe annehmen. Die bisherigen Verantwortlichen erhalten neue Arbeitsschwerpunkte.

FRANKFURT. Die Dresdner Bank holt den bisheringen Unicredit-Vorstand Franz Herrlein in ihr Führungsgremium, um die Effizienz der betrieblichen Abläufe zu verbessern. Dies werde der Aufsichtsrat der Bank heute beschließen, erfuhr das Handelsblatt aus Bankkreisen. Herrlein war bisher bei Unicredit für die Integration der HVB verantwortlich und hat dort seine Aufgabe schneller als erwartet erledigt. Mit seinem Eintritt vergrößert sich der Dresdner-Vorstand von acht auf neun Mitglieder.

Bisher war bei der Bank im wesentlichen Andree Moschner für die Geschäftsverarbeitung verantwortlich. Dieser war erst im vergangenen Jahr von der Deutschen Bank gekommen. Moschner verantwortet außerdem gemeinsam mit Andreas Georgi das Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden. Moschner fällt hier die Aufgabe des „Produktschmiedes“ zu, während Georgi für den Vertrieb zuständig ist. Von Herrlein verspricht sich das Konzernmanagement jetzt offenbar eine bessere Kostenkontrolle. Bei Verhältnis von Kosten zu Einnahmen hat die Bank zwar in den letzten Jahren Fortschritte gemacht, liegt aber noch hinter manchen Rivalen zurück. Dagegen soll sich Moschner stärker auf die Produktentwicklung konzentrieren.

Für die HVB beziehungsweise Unicredit setzt sich mit Herrlein die Reihe der Abgänge deutscher Topbanker fort. Seit der Übernahme 2005 haben unter anderem die Vorstände Johann Berger und Stefan Jentzsch die Bank verlassen, wobei letzterer mittlerweile ebenfalls bei der Dresdner als Vorstand für das InvestmentBanking arbeitet. Sie gingen, weil sie mit der italienischen Muttergesellschaft nicht klar kamen.

Der Fall Herrlein ist nach Angaben aus Bankkreisen anders gelagert. Zwar komme auch sein Weggang überraschend. Aber er wird nicht mit Frust begründet, sondern damit, dass die Integration der HVB in den Unicredit-Konzern bis auf einzelne Projekte erledigt sei. Herrlein war seit 2002 bei der HVB. Nach der Übernahme durch Unicredit war er zunächst zweiter und später oberster Integrationsmanager.

Die Dresdner Bank will jetzt mit ihrem Vorhaben Ernst machen, Produkte auch über die ausländischen Banken der Allianz zu vertreiben. Der operative Gewinn der Bank ist 2006 zwar deutlich von 0,6 auf 1,4 Mrd. Euro gestiegen, doch sie leidet unter hohen Kosten. Im vergangenen Jahr mussten 79,6 Cent aufgebracht werden, um einen Euro Ertrag zu generieren.

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