Franzose ist von den beiden EADS-Organisationsvorständen der stärkere
Umfangreiche Kompetenzen für Gut

Beim deutsch-französischen Rüstungs- und Luftfahrtkonzern EADS zeichnen sich Details über die neue Organisationsstruktur ab.

HB PARIS. Der Franzose Jean-Paul Gut, der neben dem 54-jährigen deutschen Hans Peter Ring neuer Chief Operating Officer wird, soll nach Informationen der Tageszeitung, „La Tribune“ mit umfangreichen Kompetenzen ausgestattet worden sein.

Der 44-jährige Gut, der bislang das Marketing bei EADS verantwortete, soll künftig im Konzern für die Bereiche Internationales, Strategie, und Fusionen beziehungsweise Akquisitionen die Zuständigkeit erhalten.

Darüber hinaus umfasst sein Verantwortungsportfolio alle divisionenübergreifenden Projekte, so zum Beispiel für den Fall, dass Airbus ein Produkt gemeinsam mit Hubschrauber-Schwester Eurocopter entwickeln möchte. Darüber hinaus wird Gut für die industrielle Entwicklung des Konzerns die Zuständigkeit erhalten.

Gut gilt als enger Vertrauter von Arnaud Lagardère, dem französi-schen Chairman und Großaktionär von EADS. Auf Grund von Guts ausgewiesener Expertise im Bereich Marketing wird er laut „La Tribune“ auch weiter einen Blick auf die Verkaufsaktivitäten des deutsch-französischen Luft- und Raumfahrtkonzerns haben.

Dank dieses einflussreichen Postens unterhalb der beiden Konzernchefs Tom Enders und Noël Forgeard werden Gut laut Unternehmenskreisen gute Chancen zugesprochen, nach Ablauf des Mandats von Forgeard diesem auf dem Chefsessel von EADS nachzufolgen. Am Ende seiner fünfjährigen Amtszeit wird Forgeard knapp 65 Jahre alt sein.

Ende Juni hatten sich die EADS-Großaktionäre – Daimler-Chrysler auf deutscher Seite und die Lagar-dère-Gruppe auf französischer Seite – auf eine Lösung im monatelang schwelenden Führungsstreit geeinigt. Dabei setzten die Deutschen Gustav Humbert als neuen Chef von Airbus durch, der wichtigsten Division im EADS-Reich.

Im Gegenzug billigten die Deutschen den Franzosen zu, das neue Führungsduo Forgeard und Enders durch zwei Chief Operating Officers zu unterstützten.

Die deutsche Seite hatte sich lange gegen diesen Vorschlag gewehrt, da sie durch die Schaffung einer neuen Hierarchieebene eine Entwertung der Divisions-Chefs befürchteten. Die französische Seite verspricht sich durch die Einführung zweier Chief Operating Officers hingegen eine notwendige Zentralisierung der Entscheidungen.

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