Frauen in Unternehmen
Die Königinnen des Mittelstandes

Bei der Übernahme von Familienunternehmen durch die Kinder des Inhabers ist es ein wenig wie bei der adligen Thronfolge: Prinzen werden bevorzugt. Doch die Zeiten ändern sich und somit auch die Chancen für Frauen - solange alles mit rechten Dingen zugeht.

DÜSSELDORF. Wie Automaten und Unternehmen funktionieren, hat Beate Beck-Deharde schon früh mitbekommen. "Ich habe das mit der Muttermilch aufgesogen", sagt die zierliche blonde Frau und lacht. Bereits als Kind habe sie viel Freude an der Firma gehabt, die ihr Vater aufgebaut hat. Heute steht die 52-Jährige an der Spitze der Beck GmbH-Packautomaten & Co, ein Familienunternehmen mit rund 100 Mitarbeitern in Frickenhausen, rund 30 Kilometer von Stuttgart entfernt.

Ihr Weg an die Spitze war nicht gradlinig - und schon gar nicht geplant. So geht es vielen Töchtern in Unternehmerfamilien, die die Nachfolge antreten. Zwar gibt es im Mittelstand und bei Familienbetrieben in Deutschland deutlich mehr Frauen an der Spitze als etwa bei den börsennotierten Dax-Firmen. Doch die meisten Unternehmer gucken für die Nachfolge traditionell erstmal die Söhne aus. Dass Töchter nicht in der ersten Reihe stehen, unterstreicht eine Studie von Rolf Haubl, Professor für Sozialpsychologie an der Universität Frankfurt und der Ökonomin Bettina Daser.

Chancengleichheit gibt es für Frauen in Familienunternehmen bislang selten. Jedes Jahr geben rund 71 000 von mehr als zwei Mill. Familienunternehmen mit einem Umsatz von mindestens 50 000 Euro pro Jahr das Geschäft an Nachfolger - innerhalb und außerhalb der Familie. Genaue Zahlen, wie viele Nachfolger weiblich sind, gibt es nicht. "Doch allerhöchstens jeder fünfte ist eine Frau", schätzt Frank Wallau, Geschäftsführer des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn.

Zudem hat das Statistische Bundesamt ermittelt, dass 30 Prozent der neuen Unternehmen von Frauen gegründet werden. "Es scheint Frauen leichter zu fallen, ein eigenes Unternehmen zu gründen, als das ihrer Eltern zu übernehmen", heißt es in der Studie Haubls.

Doch offenbar bessern sich zurzeit die Chancen für Frauen als Nachfolgerinnen, beobachtet IfM-Chef Wallau: "Früher schauten die Seniorchefs nur auf ihre Söhne. Heute schauen sie, was das beste für das Unternehmen ist und schließen ihre Töchter bei der Nachfolgerauswahl nicht mehr per se aus Tradition aus."

Seite 1:

Die Königinnen des Mittelstandes

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%