Fred Goodwin und Emilio Botin
Die Dealmacher

Fred Goodwin, der Chef der Royal Bank of Scotland (RBS), und Emilio Botin, sein Gegenpart beim spanischen Bankriesen Santander, sind Freunde – soweit man das in der Welt des großen Geldes überhaupt sein kann.

LONDON. Die beiden Manager kennen sich seit vielen Jahren, bis vor kurzem waren ihre beiden Banken über Kapitalverflechtungen verbunden und als Goodwin vor sieben Jahren in einer spektakulären Übernahmeschlacht um den Zuschlag für den britischen Konkurrenten Natwest kämpfte konnte er sich auf die Hilfe seines spanischen Partners Botin verlassen.

Die Experten waren deshalb kaum überrascht, als vor wenigen Wochen Gerüchte aufkamen, dass Botin und Goodwin gemeinsame Sache machen wollten, um dem Konkurrenten Barclays die geplante Übernahme der niederländischen Großbank ABN Amro zu verderben. Aus diesem Deal wäre die zweitgrößte europäische Bank nach dem britischen Platzhirsch HSBC entstanden. „Goodwin und Botin sind sehr ehrgeizig, sie fürchteten wohl um ihren Rang in der europäischen Bankenrangliste“, meint ein Londoner Investmentbanker.

Überrascht zeigten sich viele Experten allerdings von der Tatsache, dass RBS und Santander den niederländischen Allfinanzkonzern Fortis mit an Bord geholt haben. Die komplexe Dreierstruktur hat sich Matthew Greenberg ausgedacht, einer der profiliertesten europäischen Investmentbanker des Wall Street Hauses Merrill Lynch. Greenberg hat seit Jahren eine enge Beziehung zu RBS-Chef Goodwin und hat den Schotten bereits bei einer Reihe von Übernahmen beraten.

Mit dem Dreier-Coup könnte Greenberg den Konkurrenten von Goldman Sachs einen lukrativen Deal vor der Nase weg geschnappt haben. Goldman gilt ebenfalls als langjähriger Berater von RBS. Als sich die US-Investmentbank vor wenigen Tagen von einem Beratungsmandat für den niederländischen Allfinanzkonzern ING befreien ließ, um Interessenkonflikte zu vermeiden, ging die große Mehrheit der Experten davon aus, dass sich Goldman auf die Seite von RBS schlagen würde, um ein Angebot für ABN vorzubereiten. Stattdessen tauchte Goldman wenig später als Berater des ABN-Aufsichtsrates wieder auf. Die US-Bank soll für die Aufseher ein Fairnessgutachten über die unterschiedlichen Optionen für ABN von Verkauf bis Aufspaltung erstellen. Solche Fairnessgutachten werden in der Regel aber deutlich schlechter vergütet, als die strategische Beratung bei einer großen Übernahme.

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