Fredmund Malik: Wie Manager das Optimum aus sich herausholen

Fredmund Malik
Wie Manager das Optimum aus sich herausholen

Fredmund Malik wird als einer der profiliertesten Management-Berater wegen seiner klaren Worte geschätzt. In seinem neuen Buch geißelt er die Motivationsduselei und erklärt, wie man seine Grenzen wirklich auslotet.
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DüsseldorfNein, Bergsteigen ist keine zwingende Voraussetzung, um ein guter Manager zu sein. Aber es hilft – glaubt zumindest Fredmund Malik und belegt das in seinem neuen Buch durchaus überzeugend. Denn die Anforderungen an die psychische und mentale Stärke sind in beiden Bereichen enorm. Gleichermaßen bedeutend ist auch die Fähigkeit, sich selbst und andere richtig einschätzen zu können.

Malik kann zwar nicht an seine herausragenden Bücher der vergangenen Jahre anknüpfen, trotzdem lohnt sich aber die Lektüre. 2012 schrieb er mit „Maucher und Malik über Management“ einen der besten Manager-Ratgeber des Jahres und auch 2011 gelang ihm mit „Strategie: Navigieren in der Komplexität der Neuen Welt“ ein großer Erfolg.

Angesichts der sonst spröden Titel wirkt der des aktuellen Buchs geradezu flippig: „Wenn Grenzen keine sind“ deutet auf den Vergleich zwischen Management und Bergsteigen hin, der die rund 220 Seiten konsequent durchzieht. Malik selbst ist semiprofessioneller Kletterer und beschreibt einige seiner Abenteuer bisweilen recht umfangreich. So gerade noch schafft es der Autor aber, die Parallelen nicht überzustrapazieren und so schreibt er auch gleich zu Beginn: „Es ist ein Managementbuch, und kein Buch über meine sportliche Leidenschaft.“

Dennoch menschelt es kräftig – nicht nur zwischen den Zeilen. Malik betont, was wirklich frei macht: Nicht von der Motivation durch andere abhängig zu sein; die Fähigkeit, sich selbst zu Höchstleistungen antreiben zu können. Das lernt man durch Sportarten wie eben das Bergsteigen. Kein Wunder, dass Vertreter aus dem Leistungssport für Top-Manager immer häufiger zu Ratgebern werden.

Einen guten Bergsteiger zeichne zudem die Fähigkeit aus, mehr als nur die nächsten Schritte im Blick zu haben: „Der Schlüssel zum Erfolg ist nicht der Plan, sondern seine eigene Vorbereitung auf mögliche Ereignisse.“, schreibt Malik. Und schon fühlt der Leser sich ertappt, dass 90 Prozent der vermeintlichen Strategien in seinem Unternehmen offenbar gar keine sind: „Strategie ist richtiges Handeln, wenn wir nicht wissen können, wie die Zukunft sein wird, aber dennoch handeln müssen.“

Entsprechend kann man Bergsteigen auch wunderbar lernen, dass nicht planbar, berechenbar und immerzu machbar ist – anders als die meisten Management-Methoden suggerieren würden. Oder das es eben Fehler gebe, die man nicht machen darf – so wie einen falschen Schritt an der falschen Stelle im Zweifel aus lauter Nachlässigkeit. Die große Kunst ist, Risiken richtig einzuschätzen.

Eine weitere Parallele ist die absolute Zielfokussierung: Ob man gleich unten aufgibt oder 100 Meter unter dem Gipfel sei egal, meint der Autor sinngemäß: „Es kommt nur auf die Resultate an.“ Wer scheitert, scheitert eben. Ausreden zählen nicht, nur die klare Analyse und das Wiederaufrappeln.

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Führungskräfte brauchen nicht zu motivieren

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