Frieder Löhrer: Der Mann mit den zwei Seelen

Frieder Löhrer
Der Mann mit den zwei Seelen

Musiker, Maschinenbauer - Frieder Löhrer ist ein Mann mit vielen Talenten. Vor allem ist er aber ein glänzender Manager - und wechselt in dieser Funktion demnächst überraschend vom Möbelhersteller Rolf Benz an die Spitze des Fernsehgeräteherstellers Loewe.

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Es gibt Menschen, die haben ein Luxusproblem: Sie haben zu viele Talente. Frieder Löhrer ist so ein Mensch. Er ist ein virtuoser Musiker, ein hervorragender Maschinenbauer und ein glänzender Manager.

Dieser Wanderer zwischen den Welten wechselt ab Juni überraschend vom Chefposten des schwäbischen Luxusmöbelherstellers Rolf Benz an die Spitze des fränkischen TV-Geräteherstellers Loewe. Er löst Rainer Hecker ab, der das Unternehmen aus Kronach sehr lange geführt und zuletzt saniert hat. Wer ist der neue Chef, der den ewigen Mr. Loewe beerbt?

Ein Mann mit zwei Seelen in der Brust: dem Faible für Technik und Musik. Löhrer beherrscht bereits mit jungen Jahren virtuos diverse Musikinstrumente wie Klavier, Cello, Orgel und Querflöte. Als Jugendlicher studiert er an der Musikhochschule in Köln Komposition. Eine Uraufführung drei seiner Werke findet - neben Premieren von Karlheinz Stockhausen - 1974 bei Konzerten in Deutschland, Schweden, Frankreich und den Niederlanden statt. Damals ist Löhrer gerade 18 Jahre alt. Mit Stockhausen, der als bedeutendster deutscher Komponist des 20. Jahrhunderts gilt, verbindet ihn bis zu dessen Tod im vergangenen Jahr eine jahrzehntelange Freundschaft.

Doch die Vernunft rät dem gebürtigen Aachener, der seinen leichten rheinischen Tonfall nicht verloren hat, zum Beginn eines Studiums an der Technischen Hochschule in seiner Heimatstadt. Seine Karriere führt ihn quer durch viele Branchen: Auf Thyssen -Krupp in Essen folgt die Wacker Chemie in Burghausen, dann baut Löhrer das US-Geschäft des österreichischen Leuchtenherstellers Zumtobel auf, bis er zum weltweiten Verkaufsleiter des Münchener Brillenherstellers Rodenstock avanciert.

München bleibt auch als Vorstandschef von Rolf Benz sein Lebensmittelpunkt. Im Salon seiner Villa steht ein großer Flügel, mit dem er sich in seiner knapp bemessenen Freizeit mit Ehefrau und Kindern der Hausmusik widmet. Mit Rücksicht auf seine drei schulpflichtigenTöchter, denen er keinen Ortswechsel zumuten wollte, bezog er am Firmensitz im schwäbischen Nagold nur ein Apartment.

Doch wegen seiner vielfältigen Auslandsaufenthalte kommt das Familienleben zum Bedauern des schlanken Managers, der auffällige Krawatten liebt, zu kurz. "Ich bin zuletzt jährlich lediglich an 40 Tagen daheim gewesen", hat er ausgerechnet. So verbringt er die Freizeit mit seiner Gattin manchmal am Rande eines Branchenkongresses in Singapur.

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