Friedrich Eichiner
Mit eiserner Hand bei BMW Kosten sparen

BMW bekennt Farbe und legt die Zahlen für das dritte Quartal vor. Finanzvorstand Friedrich Eichiner gilt als strategischer Kopf im Münchner Konzern. Der Franke ist im Haus bestens verdrahtet und hat einiges vor in den nächsten Jahren: Bis 2012 will BMW mindestens sechs Milliarden Euro bei Entwicklung und Einkauf sparen.
  • 0

MÜNCHEN. Es gibt Sätze, die sagen viel über eine Hauskultur. Bei Friedrich Eichiner lautet der wichtigste im Moment so: "Freiwillig werden wir dieses Jahr keinen Verlust schreiben." Er hat es in der Hand. Mehr denn je müssen auch vermeintlich kleinere Ausgaben in Eichiners Büro im 22. Stock der Konzernzentrale "Vierzylinder" abgesegnet werden, heißt es bei dem Autobauer. Der Finanzvorstand ist fest entschlossen, das Katastrophenjahr 2009 mit schwarzen Zahlen abzuschließen. Und BMW-Führungskräfte erfüllen in der Regel ihre Pläne.

Es wird sehr knapp dieses Jahr. Das erste Quartal war tiefrot, im zweiten hat sich der Konzern wieder ins Plus gerettet. Die Kurzarbeit endet diese Woche. Aber einen nachhaltigen Trend und eine durchgreifende Besserung sieht BMW bislang nicht. Heute haben Konzernchef Norbert Reithofer und Friedrich Eichiner die Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt.

Der drahtig-schlanke gebürtige Franke mit dem preußischen Vornamen ist seit knapp einem Jahr Finanzvorstand bei BMW. Seinen Posten verdankt Eichiner einem tragischen Umstand. Ende 2008 stirbt Michael Ganal, dessen Aufgaben Eichiner bereits kurz vorher kommissarisch übernommen hat. Eichiner gibt das Strategieressort an Reithofer ab, konzentriert sich voll auf die BMW-Finanzen - und muss sich vom Visionär zum Kostenkiller wandeln. Denn der Zeitpunkt damals ist kritisch: Die ohnehin schwächelnden BMW-Absätze brechen Ende 2008 vollends ein.

Doch Eichiner bewahrt die Ruhe. "Er ist der analytische Kopf im Konzern", heißt es bei BMW. Er gilt als enger Vertrauter Reithofers und ist im Hause bestens verdrahtet. Außerdem ist er verantwortlich für das wichtige Chinageschäft und im Vorstand für das dortige Joint Venture Brilliance verantwortlich.

Reithofer und Eichiner sind dem klaren Auftrag der Familie Klatten verpflichtet, den Autohersteller konsequent auf mehr Nachhaltigkeit auszurichten. Der Großaktionär zieht die Fäden im Hintergrund: Erst vergangene Woche hat BMW ein Joint Venture mit SGL Carbon unterzeichnet, einer weiteren Klatten-Beteiligung. Kohlefasern sollen die Autos leichter und umweltfreundlicher machen.

Eichiner hat viele der Zukunftsstrategien mitentwickelt. Der Betriebswirt übernahm 2002 die Konzernplanung, die Reithofer 2007 zu einem Vorstandsressort aufwertete. Hier entwickelte Eichiner die Blaupause des "Project I", aus dem bis 2014 eine neue Generation von BMW-Stadtfahrzeugen entstehen soll, die auch mit Elektroantrieb fahren.

Seite 1:

Mit eiserner Hand bei BMW Kosten sparen

Seite 2:

Kommentare zu " Friedrich Eichiner: Mit eiserner Hand bei BMW Kosten sparen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%