Friedrich von Bohlen geht in den Aufsichtsrat Der Biotech-Löwe tritt ab

Vor gut drei Jahren galt er noch als eine Art Vorzeige-Entrepreneur für die junge deutsche Biotech-Szene. Doch seither waren bei Lion Bioscience AG vor allem seine Qualitäten als Sanierer und Kostensenker gefragt.
Lion Bioscience ist ein Musterbeispiel für die kurze Blüte der deutschen Biotechbranche

Lion Bioscience ist ein Musterbeispiel für die kurze Blüte der deutschen Biotechbranche

HB FRANKFURT. Gestern nun zog Friedrich von Bohlen die Konsequenz aus zwei Jahren Niedergang und Umbauarbeit und kündigte seinen Rücktritt vom Vorstandsvorsitz der Lion Bioscience AG an. Das Bioinformatikunternehmen wird ab Anfang 2004 von von den bisherigen Vorständen Martin Hollenhorst und Daniel Keesman geleitet. Von Bohlen, Mitgründer und mit 12,6 Prozent Anteil weiterhin größter Einzelaktionär, wechselt in den Aufsichtsrat.

Seinen Rückzug will der Lion-Chef weder als Indiz für neue Probleme noch als Vorbote eines Unternehmensverkaufs verstanden wissen. Da sich Lion inzwischen voll auf Informationstechnik konzentriere, gehe es vor allem um ein „klares Signal für einen Neuanfang und mehr Beweglichkeit für das Management“.

Von Bohlen bleibt dabei, dass das Unternehmen im nächsten Quartal erstmals schwarze Zahlen schreiben kann. Man habe die richtige Strategie gefunden und ein gutes Team, ist er überzeugt. Analysten indessen zeigen sich skeptisch, dass mit dem Führungswechsel ein Schlussstrich unter die Probleme bei Lion gezogen wird. Sie sehen die Personalie eher als Zeichen, dass die Strategie nach wie vor nicht erfolgreich ist. Die Börse reagierte mit einem mageren Kursgewinn von einem Prozent.

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