Frisch gebackener „Medien-Mann des Jahres“: Der Glamour-Verleger

Frisch gebackener „Medien-Mann des Jahres“
Der Glamour-Verleger

Mit Magazinen wie „GQ“ und „Vogue“ lässt Bernd Runge die Deutschen in die High-Society blicken.

MÜNCHEN. Ruhig liegt es da, das Meer. Leicht gekräuseltes Wasser, dunkeltürkis, Dunst erhebt sich, eine weiße Wand. Was dahinter liegt, bleibt unklar. Auch Bernd Runge, der vor diesem Riesenfoto seinen Münchener Schreibtisch stehen hat, erlaubt zunächst keinen Fernblick. Seine nächsten Projekte? Mal sehen, vielleicht reden wir später drüber. Als deutscher Verleger von Condé Nast, als Vorstand der internationalen Sparte des US-Edel-Publishers von „Vogue“, „GQ“, „Traveller“ oder „Vanity Fair“ lebt er erst einmal die Gegenwart.

Deutsche Verlage, sofern sie Frauenzeitschriften herausgeben, sind auf Runge nicht gut zu sprechen. Das ist doch dieser Typ, der aus einem kleinen ausländischen Verlagsableger mit einer neuen Art Zeitschrift in den Markt der Frauenblätter einbrach, heißt es in der Branche inzwischen in stiller Anerkennung. Stimmt, „Glamour“ nennt sich sein kleinformatiges Erfolgsblatt. Es ist mit Informationen und Fotos wuselvoll gefüllt. „Glamour“ hat einen unglaublichen Preis- und Verdrängungskampf ausgelöst.

Gewollt hat der in Rostock geborene 43-Jährige das angeblich nicht, nicht so jedenfalls, aber Schuld daran, nein, das sei er nicht. „Unser Blatt hat einen ordentlichen Preis, eine ordentliche Performance, schreibt schwarze Zahlen“, sagt Runge. Wenn andere ihn und sich selbst kopieren in immer neuen Varianten, dann dürften sie sich nicht wundern, wenn der Erfolg ausbleibt. Geldvernichtung sei das, kompletter Unsinn eben.

Inzwischen nehmen sie ihn ernst. Verlegerpräsident Hubert Burda spricht anerkennend von der „innovativen Kraft“, die Condé Nast in Deutschland entfalte. Solche Bestätigung, auch der frisch verliehene Titel „Medien-Mann des Jahres“, tut ihm gut.

Runge sagt, er selbst habe als angestellter Verlagschef unvergleichlich viel Freiheit. Mit Deutschland, Russland und den Emerging Markets verantwortet er mehr als 20 Prozent des Gesamtumsatzes von Condé Nast International. Wie viel das ist? Über Zahlen redet er nicht. Der Verlag ist Teil von Advance Publications, einem der Ostküstenfamilie Newhouse gehörenden Unternehmen, dessen Umsatz 2002 auf 4,5 Milliarden Dollar geschätzt wurde. Runge hat sein Geschäft in Deutschland auf 330 Mitarbeiter ausgebaut und denkt schon wieder an Angriff.

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