Fritz Henderson
Mister „Fix it“

Karriere trotz Milliardenverlust: Fritz Henderson hat als Finanzchef einen Rekordminus eingefahren. Trotzdem soll er bei General Motors den jetzigen Konzernchef Rick Wagoner beerben, falls er abtreten muss. Das schafft nur jemand, der knallhart aufräumen und führen kann.

STUTTGART/DÜSSELDORF. Das klingt nicht gerade nach einer Karriereempfehlung: 40 Milliarden Dollar Verlust in einem Jahr. Aber bei GM, dem immer noch größten Autobauer der USA, gelten offensichtlich andere Gesetze. Trotz desaströser Zahlen steigt ausgerechnet Finanzvorstand Frederick A. Henderson weiter auf – der Mann, den sie alle in Detroit nur Fritz nennen.

Der 49-jährige Amerikaner übernimmt den neu geschaffenen Posten eines Präsidenten und Chief Operating Officers. Der international erfahrene Henderson soll vor allem den Konzern in China, Russland und Brasilien nach vorne bringen und so die Schwächen auf dem Heimatmarkt ausgleichen. Allein im Februar brach der US-Absatz um 13 Prozent ein. Als neuer Finanzchef rückt Ray Young, 46, auf.

Der als knallhart geltende Henderson hat jetzt auch im Tagesgeschäft nur noch GM-Chef Rick Wagoner vor sich. „Es ist ziemlich klar, dass Fritz in dieser Position Wagoners Nachfolger wird“, sagt Autoexperte John Casesa, Chef der New Yorker Beratungsgesellschaft Casesa Shapiro. Auch intern gilt der Sanierungsexperte als die Nummer zwei.

Henderson war seit 2006 Finanzchef und ist einer der Architekten des Umstrukturierungsplans, mit dem GM wieder aus den roten Zahlen herauskommen soll. Der Beweis steht jedoch noch aus. Erst vor drei Wochen kündigte er eine erneute Sparrunde an: 74 000 GM-Beschäftigte können ihre Papiere holen. Kräftig mischte Henderson auch bei einer Vereinbarung mit den Gewerkschaften über die Pensionsregelung bei dem Autokonzern mit.

Die Konkurrenten Chrysler und Ford haben ihre Führung in der aktuellen Branchenkrise bereits ausgetauscht. Falls Vorstandschef Wagoner fallen sollte, hat Henderson im angeschlagenen GM-Konzern keinen ernst zu nehmenden Rivalen. Ihm kommt zugute, dass er erst seit knapp zwei Jahren in der Zentrale des Autogiganten in Detroit wirkt und damit kaum für die schlechte Lage verantwortlich ist.

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