Früherer Bundesbankchef
Axel Weber zieht die UBS der Deutschen Bank vor

Die Überraschung ist Axel Weber gelungen. Der einstige Bundesbank-Chef geht als Präsident zu einer Großbank - und zwar zur Schweizer UBS. Ein herber Dämpfer für ein großes deutsches Kreditinstitut.
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ZürichDer frühere Bundesbank-Chef Axel Weber soll Präsident der Schweizer Großbank UBS werden. Weber soll bei der nächsten ordentlichen Generalversammlung im Mai 2012 in den Verwaltungsrat gewählt werden, wie die UBS am Freitag mitteilte. "Er verfügt über eine außerordentlich breite Expertise im internationalen Finanz- und Bankwesen sowie stark ausgeprägte Führungserfahrung", sagte UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger laut einer Pressemitteilung der UBS. Webers Erfahrungsschatz werde äußerst wertvoll für die UBS sein. Weber war Ende April und damit ein Jahr vor Ablauf seiner Amtszeit als Bundesbank-Chef zurückgetreten.

Nun also die UBS. Weber soll laut dem Kreditinstitut zunächst Vizepräsident werden und nach seinem ersten Amtsjahr 2013 den derzeitigen Verwaltungsratschef Kaspar Villiger ablösen. Für den Bankenfachmann Wolfgang Gerke vom Bayerischen Finanzzentrum eine gute Wahl: "Ich halte Axel Weber durch sein internationales Profil für die Idealbesetzung für den Posten."

Axel Weber war in der Vergangenheit als möglicher Nachfolgekandidat für Josef Ackermann gehandelt worden, den Vorstandschef der Deutschen Bank. Die beiden sollen gut befreundet sein. Der Chef von Deutschlands größtem Geldhaus selbst hatte die Kronprinzen-Debatte befeuert. Entscheidend für den künftigen Lenker sei nicht langjährige Erfahrung im Bankgeschäft. "Die richtige Persönlichkeit kann alles lernen. Persönlichkeit aber kann man nicht lernen", sagte Ackermann, dessen Vertrag beim Branchenprimus 2013 ausläuft. Intern oder extern sei auch nicht de Frage, ließ Ackermann per Interview wissen.

Daraus wird nun nichts mehr. Der Volkswirt Weber hat zwar selbst noch keine Geschäftsbank geleitet. In der Finanzbranche und Politik genießt der Mann klarer Worte aber einen hervorragenden Ruf. Selbst wenn Kritiker während der Diskussion über eine mögliche Zukunft bei der Deutschen Bank spitz bemerkten, mit Weber würde man sich den teuersten Banklehrling der Geschichte ins Haus holen. Ins Anforderungsprofil der UBS passt Weber indes durchaus: Er muss etwa die Interessen der UBS national wie international vertreten.

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  • Hätte es wettbewerbspolitisch nicht ein Geschmäckle gehabt, wenn Herr Weber zu einer deutschen Bank gewechselt wäre? Mit Blick auf die Dinge, die die Politik für das Bankgewerbe diskutiert, für das die Deutsche Bank deutsche Branchenprimus ist, fände eine international geprägte Persönlichkeit (so wie Herr Ackermann) vielleicht eher Gehör?

  • Der Dumme ist nicht die Deutsche Bank, sondern -Entschuldigung- das Handelsblatt. Der Vorstandsvorsitz der Deutschen Bank und der Verwaltungsratsvorsitz der UBS sind zwei Paar Schuhe. Der schweizerische Verwaltungsrat, dessen Vorsitzender Weber wird, ist eine Art Aufsichtsrat mit zusätzlichen Kompetenzen, unter anderem der Verantwortung für die Leitung der Gesellschaft. Es gibt jedoch darüber hinaus noch die Geschäftsleitung, der bei der UBS zur Zeit CEO Oswald Grübel vorsteht und der die tatsächliche Leitung der Gesellschaft übertragen ist. Insofern ist Webers neue Position bei der UBS nicht mit der Nachfolge Ackermanns vergleichbar. Ich glaube nicht, dass Weber überhaupt ernsthaft als Chef der Deutschen Bank im Gespräch war. Insofern verstehe ich nicht, weshalb das Handelsblatt so auf DB-AR-Chef Börsig eindrischt.

  • bitte? vllt. nicht gleich den harten stoff am morgen. prost!

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