Früherer Jenoptik-Manager soll deutschsprachige Töchter stärker an die Mutter binden
Späth wird Chef von Merrill Lynch

Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth (67) wird neuer Chef der amerikanischen Investmentbank Merrill Lynch in Deutschland und Österreich. Informationen aus dem Unternehmen zufolge wird er direkt an den Vorstandschef von Merrill Lynch weltweit, Stan O’Neill, berichten.

rob FRANKFURT/M. Deutschland und Österreich gehören für die US-Investmentbank zu den fünf wichtigsten Märkten weltweit. Späth führt künftig rund 250 Mitarbeiter in beiden Ländern. Der Umsatz erreichte im vergangenen Jahr laut inoffiziellen Angaben rund 500 Mill. Euro. Merrill Lynch wollte zu dem Führungswechsel gestern nicht Stellung nehmen.

Späth war bislang in seiner Funktion als Vize-Chairman als Berater für Merrill Lynch in Europa tätig. Er arbeitet bereits heute im Tagesgeschäft mit und berät beispielsweise O’Neill in Fragen zur deutschen Wirtschaft und Politik. Außerdem verfügt er nach den Worten von Bankern über beste Kontakte in die Politik, zu Unternehmen und Banken.

Der CDU-Politiker Späth war 1991 als Regierungschef in Baden-Württemberg von seinem Amt zurückgetreten. Später leitete und sanierte er den Jenoptik-Konzern in Thüringen. Seit 2001 schreibt er als Kolumnist für das Handelsblatt.

Bei Merrill Lynch soll Späth vor allem die Arbeit der Führungskräfte der einzelnen Geschäftsbereiche in Deutschland und Österreich „moderieren und koordinieren“, wie es in Unternehmenskreisen heißt. Späth folgt Matthias Mosler (48), der drei Jahre an der Spitze in Deutschland und Österreich stand.

Mit dem Personalwechsel wird das Geschäft in beiden Ländern wieder enger an die New Yorker Mutter angebunden. Zudem wird die ungewöhnlich starke Rolle eines Landesmanagers abgeschafft. Diesen Posten hatte es bei Merrill Lynch zuletzt nur in Deutschland gegeben, da das Institut in beiden Ländern nach dem Boom im Investment-Banking um die Jahrtausendwende die Hälfte der Mitarbeiter entlassen hatte. Mit dem Verlust hochkarätiger Leute seien auch viele Geschäftsverbindungen verloren gegangen, heißt es. Diesen Schritt wolle die Bank wieder rückgängig machen.

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