Früherer Kaffeekönig
Klaus Jacobs ist tot

Sein Name wird für immer mit der Kaffee-Marke Jacobs verbunen bleiben, obwohl der agile Industrielle das von seinem Vater geerbte Geschäft schon längst verkauft hatte. Der Industrielle Klaus J. Jacobs ist laut Jacobs Holding nach längerer Krankheit im Alter von 71 Jahren gestorben.

HB ZÜRICH. Obwohl die Marke „Jacobs Krönung“ seinen Namen trägt, krönte er seine eigene berufliche Karriere mit dem Ausbau des Personalvermittlers Adecco zum Weltmarktführer. Der am 3. Dezember 1936 in Bremen geborene Jacobs trat mit 25 Jahren als Direktor in das Bremer Familienunternehmen Johann Jacobs & Co ein. 1972 übernahm er die Führung und verlegte den Firmensitz ein Jahr später in die Schweiz. Inzwischen selbst Schweizer kaufte er 1982 die Traditions-Schokolademarken Suchard und Tobler sowie den belgischen Kakaoverwerter Callebaut. Seine Firma hiess dann Jacobs-Suchard.

Der ganze grosse Sprung nach vorn zum Schokolade- und Kaffee-Weltkonzern gelang Jacobs aber nicht. Der Wendepunkt war die Niederlage der Jacobs Gruppe gegen Nestle im Übernahmekampf um den britischen Bonbonhersteller Rowntree im Jahr 1988. Das musste Klaus Jacobs davon überzeugt haben, sei Glück anderswo zu versuchen. Er verkaufte 1990 seine Anteile an der Jacobs Suchard Gruppe, die er mit 28 Prozent des Kapitals und 62 Prozent der Aktienstimmen kontrolliert hatte, an den amerikanischen Tabak- und Nahrungsmittelkonzern Philipp Morris. Das trug ihm den Vorwurf ein, eine Schweizer Traditionsmarke entgegen früheren Versprechen ans Ausland verhökert zu haben. Ausserdem liess er sich einen Paketzuschlag zahlen, bekam also einen höheren Preis als die Suchard-Publikumsaktionäre. Doch öffentliche Kritik focht den Industriellen nie viel an und er baute sich ein neues Firmengeflecht auf. 1992/93 kaufte er den damals angeschlagenen Zeitarbeitskonzern Adia, den er 1996 mit der französischen Ecco zum Personaldienstleister Adecco fusionierte und wo er zusammen mit Ecco-Gründer Philippe Foriel-Destezet das Präsidium übernahm. Später übernahm Adecco auch den deutschen Konkurrenten DIS. Was Klaus Jacobs mit Jabobs-Suchard nicht gelungen war, gelang ihm mit Adecco. Er führte einen Konzern, der auf seinem Gebiet Weltmarktführer war. Die Jacobs-Familie hält knapp 30 Prozent an der an der Börse mit knapp zehn Mrd. Franken (rund sechs Mrd. Euro) bewerteten Firma.

Weltweiter Branchenerster wurde Klaus Jacobs auch mit der aus dem Schokoladegeschäft verbliebenen Barry Callebaut. Dort hält das Haus Jacobs fast 70 Prozent. Die Firma verarbeitet Kakao und stellt überwiegend Schokolade für Marken wir Nestle, Hershey und Cadbury her und ist an der Börse etwa 3,5 Mrd. Franken wert.

Nach Abschluss des aktiven Berufslebens trat der passionierte Reiter und Pferdezüchter immer mehr als Mäzen in Erscheinung. Die Jacobs Foundation fürderte weltweit Projekte zur Integration junger Menschen und in Bremen gibt es die Privatuniversität Jacobs University Bremen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%