FTD: Nachdenken über den Untergang

FTD
Nachdenken über den Untergang

Europas größter Zeitschriftenkonzern Gruner + Jahr erwägt, seine Wirtschaftszeitung „Financial Times Deutschland“ (FTD) in gedruckter Form nur noch einmal pro Woche erscheinen zu lassen.
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Düsseldorf„Ich schließe nichts mehr aus“, sagte Steffen Klusmann, Sprecher des Chefredakteurskollegiums der Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien („FTD“, „Capital“) dem Branchenblatt „Horizont“. Und weiter: „Am Wochenende eine gedruckte Zeitung, und an den Werktagen tägliche Tablet-Ausgaben - klingt fast nach einem Plan“.

Auf die Nachfrage, ob die „FTD“ angesichts des veränderten Leseverhaltens vielleicht  auch nur  noch elektronisch erscheine, sagte Klusmann: „Noch ist die ,FTD' im Kern eine Zeitung. Ich will die Marke aber auf den Tag vorbereiten, an dem dieses Szenario über die Zeitung hereinbricht.“

Der Hintergrund: Die FTD schreibt seit ihrer Gründung im Februar 2000 rote Zahlen. Über die Höhe der Verluste macht der Mutterkonzern Gruner + Jahr traditionell keine Angaben.

Gruner-Vorstandschef Bernd Buchholz unterstützte das Blatt bisher. Gegründet wurde die FTD unter seinem Vorgänger Bernd Kundrun. Die Markenrechte für den Zeitungstitel liegen beim britischen Medienkonzern Pearson. Dort erscheint die britische „Financial Times“.

Pearson war beim Start Mitgesellschafter der FTD. Doch die Briten zogen sich vor Jahren zurück. Seither hatte Gruner + Jahr bei dem lachsfarbenen Blatt das alleinige Sagen. Mindestens einmal versuchte das Hamburger Verlagshaus, eine Beteiligung des Medienkonzerns Bertelsmann,  seine Zeitung an den Spiegel-Verlag zu veräußern. Dort entschied man nach Prüfung der Faktenlage dagegen.

Die FTD, die erst kürzlich von einer Fachzeitschrift als „Wirtschaftsredaktion des Jahres“ ausgezeichnet wurde,  konnte ihre journalistische Qualität nie in Wirtschaftlichkeit umsetzen. Zum Jahresende 2011 wurde eine  Auflage von knapp 101.000 Exemplaren gemeldet. Laut IVW, dem Gemeinschaftsinstitut der Verlage zur Auflagenmessung, beläuft sich davon  die sogenannte Bord-Auflage  auf knapp 43.000 Exemplare.

Kommentare zu " FTD: Nachdenken über den Untergang"

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  • Dabei kann man Sie nur uneingeschränkt unterstützen, werter Kollege. Good luck!

  • Ich habe noch nie !!!!!!!!! pseudonym gepostet. Igitt, dies Unterstellung. Pfui !

  • Herr Leineweber, tststs haben Sie es wirklich nötig sich hier hinter verschiedenen Pseudonymen zu verstecken. Fehlt Ihnen nach Ihrer Pensionierung die nötige Aufmerksamkeit? Sie klingen schon fast hysterisch. In Ihrem Alter sollten Sie Gelassenheit und Ruhe ausstrahlen.
    Ich schreibe und vertrete nur mich, Sie können mich gerne bei Facebook finden (Wassili). Ab und zu poste ich auch da beim Handelsblatt meine Meinung.
    Ich wünsche Ihnen mehr Gelassenheit, würde Ihre Erfahrung mehr zur Geltung bringen.
    Schönen Tag Ihnen noch

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