Führungskräfte bewerten die Leistung der Elite kritischer – Ackermanns Image wegen des Mannesmann-Prozesses angeschlagen
Das Ansehen vieler Manager hat gelitten

Siemens-Chef Heinrich von Pierer räumt seinen Posten überraschend zum Ende Januar 2005. Das wurde Anfang Juli vom Münchener High-Tech-Konzern bekannt gegeben. Bisher rechnete man damit, dass einer der einflussreichsten deutschen Manager noch bis zu seinem 65. Geburtstag im Januar 2006 an der Spitze des Unternehmens bleibt.

Für die Bad Homburger Unternehmensberatung Marketing Corporation war die Überraschung nicht ganz so groß: Von Pierer gehört zu den Verlierern bei der letzten Umfrage nach den besten Managern Deutschlands, die die Unternehmensberatung regelmäßig vornimmt. Der langjährige SiemensChef, der bei den bisherigen Befragungen meist unter den besten Drei rangierte, erreichte nur noch Platz neun.

„Dieser Abfall spiegelt auch die Konflikte bei Siemens um die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland während der letzten Wochen wider“, sagt Manfred Niedner, Vorstandschef der Marketing Corporation. Die Unternehmensberatung befragt alle sechs Monate 1 000 repräsentativ ausgewählte Manager und Unternehmer nach ihrem Urteil über Deutschlands Managerelite.

Die letzte Untersuchung lief vom 24. Mai bis zum 22. Juni. Nach einer Vorbefragung wurde eine Liste mit den 14 am häufigsten genannten, wichtigsten Managern zusammengestellt. Sie wurden dann nach ihrer Strategie und visionären Kraft, Fähigkeit zum Markenaufbau, Kompetenz bei Umstrukturierung und Sanierung, sowie Mut zu Innovationen mit Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) bewertet. In der Gesamtnote hatten die vier Kriterien das gleiche Gewicht.

Insgesamt wächst die Unzufriedenheit mit den Leistungen und der Außendarstellung der Top-Manager. Laut Niedner haben Führungskräfte feine Sensoren für Top-Manager, sind aber in ihren Urteilen auch von der veröffentlichten Meinung abhängig: „In unserer Befragung spiegelt sich neben der objektiven Leistung in jedem Fall auch die Qualität der externen Unternehmenskommunikation wider“, glaubt der Berater.

Sogar bei den Spitzenreitern der Untersuchung sind die Noten gesunken. BMW-Chef Helmut Panke verlor 0,7 und der Vorstandsvorsitzende von Porsche, Wendelin Wiedeking, 0,3 Prozentpunkte. Beide Manager teilen sich Platz eins. Panke steht damit aber immer noch zum zweiten Mal in Folge an der Spitze, diesmal mit der Gesamtnote 2,3.

Kai-Uwe Ricke, Vorstandschef der Deutschen Telekom, büßte ebenfalls an Reputation ein. Er verlor 0,3 Punkte und kam nur noch auf Platz zwölf. Für den schlechten Trend bei Ricke findet die Bad Homburger Unternehmensberatung keine schlüssige Erklärung. Eigentlich hätten weder die Deutsche Telekom, noch ihr Chef selbst einen schlechten Eindruck gemacht.

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