Führungskräfte
Frauen sorgen für bessere Aktienkurse

Weltweit beschäftigen sich Wissenschaftler damit, die Wirtschafts- und Finanzkrise detailliert zu analysieren. Eine der Thesen lässt nun aufhorchen: Mehr weibliche Führungskräfte hätten die Folgen der Krise abgemildert. Von manchen belächelt, entwickelt sich diese Ansicht allmählich zur Anlagestrategie - und der Erfolg gibt dem Prinzip durchaus Recht.

FRANKFURT. Die Finanzkrise hat die Stunden der Frauen eingeläutet. Bisher achteten Anleger vor der Kaufentscheidung von Aktien vor allem auf Ergebnis-Zahlen, Kurs-Gewinn-Verhältnis oder Umsatzwachstum. In Zukunft könnte es sich allerdings lohnen, auch auf die Geschlechterzusammensetzung in der Führungsetage der Unternehmen zu achten.

Forscher rufen weltweit die Testosteron-Krise aus, preisen die weibliche Risikoaversität und bereiten den Megatrend Frauen vor. Verschiedene Studien mit den wildesten Korrelationen bestätigen eine These: Mehr Frauen wären gut gewesen in der Krise. Verhindert worden wäre sie nicht, aber einen anderen Verlauf hätte sie genommen.

So oft die These der Frauen als Finanzweltverbesserer in den vergangenen Monaten bestärkt wurde, so oft wurde sie auch belächelt. Frauen seien zwar risikoscheuer, aber mit Boni und Co. hätten auch sie sich locken lassen. Trotzdem ist die Anlagestrategie "mit mehr Frauen weniger verlieren" anscheinend eine sichere Angelegenheit. Diesen Zusammenhang legen zumindest Studien wie die des englischen Forschers Michel Ferrary von der französischen Business-Schule Ceram nahe.

Ferrary hat die Aktienkurse der im französischen Aktienindex CAC 40 gelisteten Unternehmen mit der Zahl der Frauen in der Unternehmensspitze korreliert. Und tatsächlich: Je höher der Frauenanteil in der Führungsriege, desto besser entwickelte sich der Aktienkurs im Krisenjahr 2008. Beim Luxusmode-Hersteller Hermès, wo 55 Prozent Frauen in der Führungsspitze arbeiten, stieg der Aktienkurs um 16,8 Prozent. Der CAC 40 rutschte hingegen um 42,7 Prozent nach unten.

Die Aktie des Nahrungsmittelherstellers Danone, wo die Unternehmensspitze zu 38 Prozent aus Frauen besteht, fiel unterdurchschnittlich um 29,6 Prozent. Die Großbank Crédit Agricole mit einem Frauenanteil von 16 Prozent verzeichnete hingegen einen Kursverlust von 62,2 Prozent.

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