Führungsspitze der Telekom
Im Tandem ganz nach oben

Seit Wochen muss sich Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke kritische Schlagzeilen gefallen lassen. Nach schlechten Halbjahreszahlen wird immer wieder über seine Zukunft und die der anderen Vorstände spekuliert. Einem konnte die Krise der Telekom scheinbar nichts anhaben: T-Mobile-Chef René Obermann. Er könnte Ricke an der Konzernspitze beerben.

DÜSSELDORF. Dem smarten 43-Jährigen scheint die Krise der Telekom nichts anhaben zu können. Der T-Mobile-Chef ist aus der jüngsten Neuorganisation der Telekom sogar gestärkt hervorgegangen. Im Vorstand ist er jetzt für den gesamten stationären Vertrieb der Telekom in Deutschland zuständig. Und am gestrigen Dienstag gelang ihm noch ein Coup. Auf dem wichtigen US-Markt, wo die Telekom deutlich zulegt, ersteigerte er 120 Lizenzen für den Mobilfunk.

Trotz Krise sitzt Obermann fest im Sattel, der künftig noch Marketingaufgaben von T-Mobile-Vorstand Ulli Gritzuhn übernimmt, der das Unternehmen nach Konzernangaben Ende des Jahres auf eigenen Wunsch verlässt. Das liegt auch daran, dass der Mobilfunk den größten Beitrag zum Wachstum des gesamten Konzerns leistet, der im Festnetzgeschäft viele Marktanteile verliert.

Obermann machte in den vergangenen Jahren immer im Tandem mit Konzernchef Ricke Karriere. Erst wurde Ricke Chef der deutschen Mobilfunktochter, dann Obermann. Dann wurde Ricke Chef der gesamten Mobilfunksparte T-Mobile International, dann Obermann. Schließlich stieg Ricke an die Spitze des Konzernvorstands auf, und Obermann folgte ihm in den Vorstand.

Obermann wirkt im Gespräch offen, ausbalanciert und deutlich jünger, als es sein Alter vermuten lässt. Doch er ist jemand, der auch unpopuläre Entscheidungen durchzieht. Mitarbeiter nennen ihn deshalb auch „den Bulldozer“.





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Der gebürtige Düsseldorfer ist es gewohnt, Themen beherzt anzufassen. Noch während des VWL-Studiums gründet er das Unternehmen ABC Telekom in Münster, das mit Telefongeräten handelt und Mobilfunkdienstleister wird. 1991 verkauft er es zu einem günstigen Zeitpunkt an den Konzern Hutchison Whampoa.

Der Ex- Firmengründer ist ein Perfektionist und gehört zu dem Typ Manager, der sich sehr stark mit seinem Unternehmen identifiziert. So empfindet er Kritik an T-Mobile schnell als persönliche Beleidigung.

Längst gilt er als möglicher Nachfolger für Ricke. „Das Zeug dazu hat er“, sagen Kollegen. Er selbst will davon nichts wissen. „Mobilfunk ist die spannendste Branche“, sagt er dann, der Mobilfunkchef der Telekom.

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