Führungsstreit: Kräftemessen bei den Kreditgenossen

Führungsstreit
Kräftemessen bei den Kreditgenossen

Heute wird der neue BVR-Verbandsratschef gewählt. Es geht dabei um viel mehr als nur diesen einen Posten: die Wahl gilt als Prüfstein für die Zukunft von Präsident Christopher Pleister, der im Bundesverband umstritten ist.

FRANKFURT. Der Kampf um die Macht im genossenschaftlichen Finanzverbund beginnt: Wenn heute die Kreditgenossen ihren neuen Verbandsratschef und seinen Stellvertreter wählen, geht es um mehr als nur Gremiumsposten. Branchenbeobachter sehen darin eine Weichenstellung für die Ab- oder Wiederwahl Christopher Pleisters als Präsident des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR).

Offiziell endet Pleisters Amtszeit 2009. Doch seine erneute Kandidatur hat der 59-Jährige bereits angekündigt. Nicht alle Genossen sehen das positiv. Eine entsprechend große Bedeutung messen viele der heutigen Gremiumswahl bei.

Die 53 Mitglieder des Verbandsrates sind nach der Mitgliederversammlung das höchste Beschlussorgan des BVR und funktionieren als eine Art Aufsichtsrat. Aus dem Verbandsrat konstituiert sich der zwölfköpfige Verwaltungsrat, der die drei BVR-Vorstände wählt und kontrolliert – und damit auch Pleister.

Einziger Kandidat für den Posten: Carsten Graaf, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Meerbusch in der Nähe von Düsseldorf. Der 57-Jährige gilt als „eigenwilliger Kopf“, wenn auch nicht als ausgesprochener Gegner Pleisters. „Aber so leicht wie mit seinem Vorgänger wird es Pleister mit Graaf nicht haben“, sagen Insider. Von sich reden gemacht hatte der in den Ruhestand gehende Fritz Bokelmann nach der geplatzten Fusion der Zentralbanken DZ und WGZ kurz vor Weihnachten 2006.

In einem Brief verteidigte er Pleister, nachdem Vorwürfe laut geworden waren, Pleister habe die Verhandlungen durch gezielte Indiskretionen sabotiert.

Aufschlussreich wird auch die Besetzung der Verwaltungsratsausschüsse sein, vor allem des Personalausschusses. Er besteht aus zwei Ortsbankenvertretern und dem Verbandsratschef und schlägt Kandidaten zur Wahl des BVR-Präsidenten vor. „Da bringen jetzt die Großen ihre Schachfiguren in Stellung“, sagt ein Insider. Ein anderer spekuliert: „Die Wahl könnte den Einstieg in den Ausstieg aus der Ära Pleister bedeuten.“ Der BVR wollte die bevorstehenden Gremiumssitzung nicht kommentieren.

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