Führungswechsel
DWS dreht das Personalkarussell

Deutsche-Bank-Mann Kevin Parker will frühere Topmanager zurück zur DWS holen und heizt damit die Machtkämpfe um den Chefposten der Fondsgesellschaft zusätzlich an. In der Führung stößt seine Entscheidung auf Widerstand. Sogar Parkers eigener Stuhl wackelt.

FRANKFURT. Hinter den Kulissen der deutschen Fondsgesellschaft DWS und ihrer Mutter Deutsche Bank dreht sich das Personalkarussell. Das Gerangel um den Chefposten spitzt sich zu. Grund sind zwei mutmaßliche Rückkehrer. Ursprünglich hatte die DWS bereits in der vergangenen Woche neue Namen präsentieren wollen, wobei Ingo Gefeke und Axel Schwarzer Quellen zufolge in der Diskussion waren.

Axel Schwarzer war als DWS-Vertriebschef in Frankfurt vor Jahren in die USA gegangen, um dort die angeschlagene und erworbene Anlagegesellschaft Scudder zu sanieren. Auch Gefeke hat eine DWS-Vergangenheit, in diesem Fall als Chief Operating Officer. Er ist derzeit Chief Administrative Officer bei der übergeordneten Deutsche-Bank-Sparte Asset-Management.

Die Bekanntgabe neuer Namen wurde bereits zweimal verschoben. Inzwischen suchen der Bank nahestehende Quellen die Gründe für die Verzögerung darin, dass möglicherweise auch der Stuhl von Kevin Parker, übergeordneter Spartenleiter für das Asset-Management, wackelt.

Die DWS ist Teil des Asset-Managements der Deutschen Bank. Sie verwaltet knapp die Hälfte der gesamten Gelder. Hierzulande ist die DWS bei Wertpapierfonds für Privatanleger mit 87 Mrd. Euro Kapital (ohne Deutsche-Bank-Fonds) zweitgrößter Anbieter nach der Sparkassengruppe Deka. Sie kommt europaweit auf 133 Mrd. Euro und weltweit auf 217 Mrd. Euro.

Vor allem der als Technokrat geltende Gefeke wurde als Nachfolger für den kürzlich geschassten DWS-Europachef Kunze gehandelt. Gefeke hatte vor einigen Jahren den Verkauf des Depotbankgeschäftes der Bank an die State Street mit eingefädelt.

Ob Gefeke aber als neuer globaler DWS-Chef noch im Gespräch ist, ist umstritten. In der Fondsgesellschaft hat Gefeke nicht nur Freunde. Unter seinen Kritikern gilt er als gnadenloser Rationalisierer und schwieriger Zeitgenosse. In dieser Lesart scheint auch plausibel, dass eingefleischte DWS-Spitzenleute eher auf Distanz zu ihm gehen. Die Gegensätze sind für Beobachter offensichtlich: Die Bank und Asset-Management-Chef Parker sowie der als Rationalisierer eingeschätzte Gefeke stehen für Zentralisierung und einen Globalisierungskurs, während die DWS darauf bedacht ist, ihre relative Unabhängigkeit innerhalb des Konzerns zu bewahren.

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