Führungswechsel
Lanxess hofft auf frischen Wind ohne Heitmann

Axel Heitmann hört als Lanxess-Chef auf. Offenbar herrscht zwischen ihm und dem Aufsichtsrat Uneinigkeit über die strategische Ausrichtung des Konzerns. Sein Nachfolger dürfte den aktuellen Sparkurs noch verschärfen.
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Düsseldorf/KölnFührungswechsel beim Spezialchemiekonzern Lanxess: Der Aufsichtsrat habe die einvernehmliche Beendigung der Tätigkeit von Axel Heitmann als Vorsitzender des Vorstands zum Ablauf des 28. Februar 2014 beschlossen, teilte das Dax-Unternehmen am Sonntagabend mit.

Aus dem Umfeld von Lanxess hieß es, dass Heitmann selbst um die Auflösung des Vertrags gebeten habe. Heitmann habe hinsichtlich der strategischen Ausrichtung des Unternehmens andere Vorstellungen als der Aufsichtsrat gehabt.

Der Nachfolger steht schon fest: Matthias Zachert, derzeitiger Merck-Finanzvorstand, soll das Amt spätestens zum 15. Mai 2014 übernehmen. Zachert kennt Lanxess gut. Der gebürtige Bonner war bereits 2004 bis 2011 Finanzvorstand bei dem Unternehmen, bevor er zum Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck wechselte.

Der Wechsel löste am Montagmorgen heftige Reaktionen an der Börse aus. Die Merck-Aktie kollabierte, Lanxess legte deutlich zu. Ein möglicher Grund: Bei Merck hatte Zachert zuletzt auch als einer der möglichen Nachfolger von Konzernchef Karl-Ludwig Kley gegolten. Zachert hat sich als Finanzfachmann am Kapitalmarkt einen Namen gemacht, dort erwarb sich der Diplom-Kaufmann als eloquenter Kommunikator bei Investoren einen guten Ruf. Bis zu seinem Antritt bei Lanxess soll zwischenzeitlich Finanzvorstand Bernhard Düttmann die Aufgaben des Vorstandschefs mit übernehmen.

„Lanxess steht vor großen Herausforderungen, beispielsweise hinsichtlich Marktkapazitäten und Geschäftsportfolio“, begründete Aufsichtsratschef Rolf Stomberg den Chefwechsel. Daher sei der Zeitpunkt für eine neue Führung gekommen.

Die Tatsache, dass Heitmanns Nachfolge nicht lückenlos geklärt wurde, zeigt jedenfalls: Die Abberufung war nicht von langer Hand geplant und zeugt von der Nervosität des Aufsichtsrats inmitten eines harten Sanierungskurses, in dem Lanxess steckt. Ein Finanzkenner folgt Heitmann – ein Indiz, dass der Sparkurs eher schärfer als lockerer werden dürfte. Erst im vergangenen Jahr hatte der Konzern die Streichung von rund 1000 Stellen beschlossen.

Bis zuletzt hatte Heitmann auf eine unternehmerische Lösung und Innovationen gesetzt – neben dem Sparkurs. „Ich bin sicher, dass wir grundsätzlich strategisch auf dem richtigen Weg sind. Wir müssen der Krise Innovationen entgegensetzen, das ist genau die passende Antwort“, hatte Heitmann seine Strategie in einem Handelsblatt-Online-Interview im November 2013 noch verteidigt. Doch möglicherweise wünscht sich der Aufsichtsrat nach knapp zehn Jahren mit Heitmann an der Spitze und dem Gewinneinbruch 2013 nun schnelle Taten und frischen Wind.

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1000 Stellen sollen bis 2015 wegfallen

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