Führungswechsel nach Massenrückruf
Airbag-Skandal kostet Honda-Chef den Job

Trotz Gehaltsverzicht wurde der Druck zu groß: Takanobu Ito tritt als Chef von Honda zurück. Mehrere Menschen kamen durch defekte Airbags in Wagen des Autobauers ums Leben. Es übernimmt ein Honda-Urgestein.
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TokioNach zahlreichen Rückrufaktionen kommt es bei Honda überraschend zu einem Führungswechsel. Konzernchef Takanobu Ito kündigte am Montag nach sechs Jahren an der Spitze des drittgrößten japanischen Autobauers seinen Rücktritt für Ende Juni an. Nachfolger wird der Manager Takahiro Hachigo, der seit mehr als 30 Jahren für Honda arbeitet.

Zuletzt hatte Honda ein Skandal um defekte Airbags des Zulieferers Takata schwer belastet und den Gewinn einbrechen lassen. Honda ist der wichtigste Kunde von Takata. Der Konzern stellt weltweit jeden fünften Airbag her.

Die defekten Luftkissen können bei einem Unfall - teilweise auch ohne Aufprall - explodieren. Dadurch sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Bislang wurden mehr als 21 Millionen Autos wegen des Fehlers in die Werkstätten zurückgerufen. Auch deutsche Autobauer wie BMW sind betroffen.

Zudem musste Honda den Kleinwagen Fit, der in Europa unter dem Namen Jazz verkauft wird, wegen technischer Probleme im vorigen Jahr mehrmals in die Werkstätten bestellen. Die Konzernführung hatte deswegen auf einen Teil ihres Gehalts verzichtet.

Nach dem Ergebniseinbruch im abgelaufenen Quartal korrigierte Honda die Prognose für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr nach unten. Demnach wird nur noch mit einem Betriebsgewinn von 720 Milliarden Yen (5,4 Milliarden Euro) gerechnet. Bislang lautete die Prognose auf 770 Milliarden Yen. Den Absatz sagt das Unternehmen nur noch mit 4,45 Millionen Fahrzeugen voraus - statt bislang 4,62 Millionen.

Die Nachfrage auf dem japanischen Markt sei schwächer als erwartet. Im vergangenen Vierteljahr sackte das Betriebsergebnis um 22,5 Prozent 177 Milliarden Yen ab.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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