Fünfter Führungswechsel in rund zwei Jahren
Frey wird Fiat-Deutschlandchef

Der Hyundai-Manager Werner H. Frey übernimmt den seit Ende 2004 verwaisten Chefsessel bei Fiat Deutschland und tritt damit die Nachfolge von Stephan Winkelmann an. Der europäische Vertriebschef des koreanischen Hyundai-Konzerns soll am 1. Juli das Amt beim krisengeschüttelten Autobauer antreten.

FRANKFURT/M. Sein Hauptaugenmerk wolle der neue Chef zunächst auf die verunsicherte Händlerorganisation richten, hieß es in Unternehmenskreisen. Die Position des Fiat-Deutschland-Chefs ist vakant, seit Ex-Chef Winkelmann im vergangenen November ankündigte, zur Volkswagentochter Lamborghini zu wechseln.

Frey ist der fünfte Fiat-Deutschlandchef in gut zwei Jahren. Kein Einzelfall: Auch in der Turiner Zentrale gaben sich in den vergangenen Jahren die Chefs der notleidenden Autosparte die Klinke in die Hand.

Auf den 55-Jährigen wartet eine schwierige Aufgabe. Fiat hängt auf dem Schlüsselmarkt Deutschland trotz einer relativ frischen Produktpalette hinter seinen Absatzzielen zurück und schreibt chronisch rote Zahlen. Für das laufende Jahr gehen interne Fiat-Analysen laut der „Wirtschaftswoche“ abermals von schwachen Verkaufszahlen aus.

Doch bei Hyundai hat Frey bewiesen, dass er ein exzellenter Vertriebschef ist. Die Koreaner zählten im vergangenen Jahr zu den Gewinnern auf dem deutschen Markt.

Beim Rennen um den Chefposten bei Fiat Deutschland stach Frey bekannte Namen aus, so den ehemaligen Kia-Deutschlandchef Matthias Heinz und Daimler-Chrysler-Vertriebsmanager Roland Zey. Sie waren Fiat-intern als Kandidaten gehandelt worden.

Der diplomierte Wirtschaftsingenieur Frey erbt einen der heißesten Stühle, die die Branche zu vergeben hat. Rückenwind vom Markt darf er nicht erwarten: Die Branche erwartet erneut ein schwaches Jahr. Im Februar verstärkte sich sogar noch der Abwärtstrend auf dem europäischen Automobilmarkt. So brach der Absatz von Fiat in Westeuropa um 16,7 Prozent ein.

Fiat-Chef Sergio Marchionne wird deshalb rasche Erfolge des neuen Mannes sehen wollen. Er hatte Anfang des Monats bekräftigt, dass die defizitäre Autosparte 2006 ein ausgeglichenes Ergebnis vorlegen solle. 2004 war die Sparte mit einem Minus von 840 Millionen Euro noch der größte Verlustbringer im Konzern gewesen.

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