Für Portfolio-Entscheidungen zuständig
Neuer Siemens-Strategiechef heißt Joe Kaeser

Der bisherige Finanz-Vorstand der Mobilfunksparte ICM, Joe Kaeser, tritt am 1. Oktober die Nachfolge des künftigen Siemens-Chefs Klaus Kleinfeld als neuer Strategiechef des Siemenskonzerns an.

HB MÜNCHEN. Bei Siemens soll Joe Kaeser den künftigen Vorstandsvorsitzenden Klaus Kleinfeld in dessen bisheriger Funktion als Strategiechef ablösen. Der 47-Jährige, der zuletzt gegen den Widerstand der IG Metall die Einführung der 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich an zwei gefährdeten Standorten aushandelte, war zuletzt Finanzchef der Mobilfunksparte ICM. Der Münchener Technologiekonzern benannte am Mittwoch zugleich die neue, fünfköpfige Führungsmannschaft für die künftig fusionierten Bereiche Mobilfunk und Netzwerke (ICN).

Der Betriebswirtschaftler Kaeser, der seit fast einem Vierteljahrhundert bei Siemens ist, werde zum 1. Oktober die Leitung der Hauptabteilung Corporate Strategies übernehmen, teilte Siemens am Mittwoch in München mit. Er werde direkt an Kleinfeld berichten, der mit der Hauptversammlung im Januar den Vorstandsvorsitz von Heinrich von Pierer übernehmen soll. Dieser will an die Spitze des Aufsichtsrats wechseln.

Siemens hatte den Wechsel auf dem Chefposten vor rund zwei Wochen völlig überraschend angekündigt. Von Pierer hatte zuvor angedeutet, eine Vertragsverlängerung um ein bis zwei Jahre sei vorstellbar. Alle Personalien müssen am 28. Juli noch vom Aufsichtsrat abgesegnet werden. Die Ernennung Kleinfelds und von Pierers Wechsel in den Aufsichtsrat bedürfen zudem der Zustimmung der Hauptversammlung am 27. Januar 2005.

Führungsriege für neuen Kommunikationsbereich

Als Strategiechef wird Kaeser die Weiterentwicklung des gesamten Konzerns, aber auch der einzelnen Bereiche und Regionen verantworten. Zugleich bereitet er Portfolio-Entscheidungen vor. Durch die Debatte um die 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich war Kaeser, der zeitweise auch in der Siemens-Zentralabteilung Finanzen arbeitete, auch öffentlich bekannt geworden. Siemens hatte durch den Vorstoß eine deutschlandweite Diskussion um die Arbeitszeit ausgelöst.

Zusammen mit der Bekanntgabe des Aufrückens Kleinfelds an die Konzernspitze hatte Siemens die Zusammenlegung von ICM und ICN angekündigt und als Leiter den bisherigen Mobilfunk-Bereichsvorstand Lothar Pauly benannt.

Er soll künftig von Thorsten Heins unterstützt werden, der bislang als ICM-Vorstand das Handy-Geschäft verwantwortete und auch künftig die Endgeräte betreuen wird. Finanzchef des neuen Bereichs wird Michael Kutschenreuter, zuvor Bereichsvorstand bei ICN. Sein Kollege Andy Mattes soll wie bislang das Geschäft mit Telekommunikationsnetzen für Unternehmenskunden (“Enterprise-Geschäft“) leiten. Der Niederländer Hendrik Schaaf, ebenfalls bei ICN im Bereichsvorstand, wird für technologische Fragen verantwortlich zeichnen.

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