Fusion von WGZ und DZ Bank erneut geplatzt
Werner Böhnke: Genossen-Urgestein und Strippenzieher

An ihm scheiden sich die Geister: Welchen Anteil Werner Böhnke daran hatte, dass die Fusion von WGZ und DZ Bnk erneut platzte, ist umstritten. Klar ist, dass Böhnke in früheren Anläufen des Zusammengehens der Skeptiker war.

FRANKFURT. Über Werner Böhnkes wirkliche Rolle bei der Annäherung und bei dem erneuten Platzen der Fusion von WGZ und DZ Bank gibt es höchst unterschiedliche Versionen. Hat sich der Chef des kleineren Spitzeninstituts WGZ nicht früh genug den nötigen Rückhalt bei seinen Mitgliedsbanken für das Zusammengehen gesichert? Oder war der Westfale, der jüngst als Aufsichtsratsmitglied gegen die Kapitalerhöhung der DZ Bank stimmte, am Ende gar aktiv daran beteiligt, dass die Bankenehe nicht stattfand?

Klar ist, dass Böhnke in früheren Anläufen des Zusammengehens der Skeptiker war. So waren vermutlich einige Bedenken unter seinen rund 220 Mitgliedsbanken dem Vollblut-Genossenschaftsbanker, der Inline-Skaten, Tennis und Loriot-Sketche mag, durchaus vertraut. Denn kaum jemand fühlt sich bei den Genossenschaftsbanken so zuhause wie Böhnke, der seine gesamte Karriere in dem Sektor verbracht hat. Der Schreinersohn startete seine Karriere als Lehrling bei der Volksbank Enigerloh im Münsterland. Dort arbeitet er sich hoch, wird schließlich 1982 stellvertretendes Mitglied im Vorstand. Von 1983 bis 1991 folgen Vorstandsposten bei der Volksbank Wettringen und Oberhausen. 1992 dann der erste Vorstandschefposten bei der Volksbank Münster, die er in fünf Jahren saniert. Schließlich wechselt Böhnke auf einen Vorstandsposten bei der WGZ Bank und rückt im August 2000 an deren Spitze.

Von Düsseldorf aus hat Böhnke schon so manche Strippe gezogen. Er prägt die WGZ so sehr, dass Beobachter sich schon Sorgen machen, wer denn einmal sein Nachfolger werden soll.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
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