Galerie Daniel Buchholz: Aufregendes Doppelleben

Galerie Daniel Buchholz
Aufregendes Doppelleben

Der Kölner Daniel Buchholz überrascht die Besucher seiner Galerie mit wertvollen alten Büchern und schriller, ganz junger Kunst. Das Erbe des Vaters beschert dem 43-jährigen Kölner Daniel Buchholz beruflich ein Leben in zwei Welten.

HB KÖLN. „Sehr gut, sehr gut.“ Ohne langes Zögern beantwortet Daniel Buchholz die Frage, wie er sich denn mit seinem Vater verstanden habe. Der jungenhafte Mann, in dunkelblauer Jeans und Pullover, streckt sich dabei in einem ächzenden Holzstuhl. Das Sitzmöbel ist ein Erbstück seines Vaters. Es steht in dem Antiquariat, das der Senior ihm hinterlassen hat.

Das eine Leben als Galerist für zeitgenössische Kunst findet in der kühl-weißen Raumflucht mit grellem Neonlicht im hinteren, hofseitigen Teil des väterlichen Geschäfts statt. Das andere im gemütlich beleuchteten, mit Büchern und Illustrationen voll gestellten Antiquariatsladen im vorderen Teil.

Kunden betreten die Galerie Buchholz bevorzugt durch die quietschende Tür zur Straße. Dafür sprechen mehrere Gründe, etwa das einzigartige, schrille Läuten der altmodischen Türklingel oder die verheißungsvolle Unübersichtlichkeit einer Lokalität voller altertümlicher Publikationen. Zeitgenössische Kunst entdecken in der behaglich beleuchteten Bücherhöhle nur Geübte. Zum Beispiel im Eingang die frei von der Decke hängende Neonskulptur von Cerith Wyn Evans oder manch Kleinformatiges, das sich mitunter zwischen Graphik- und Buchexponaten im Schaufenster behauptet.

Wer es sich nur eben leisten kann, vergisst hier die Zeit und seinen Wagen im Halteverbot vor der Haustür. Christian Boros zum Beispiel, Sammler und Inhaber einer renommierten Werbeagentur, ein enthusiastischer Kunde seit über 20 Jahren. „Authentisch wie kaum ein zweiter“, lautet sein Urteil über den Galeristen. „Daniel Buchholz setzt nicht auf modische Trends. Er verfolgt mit überzeugender Glaubwürdigkeit die Arbeit von Künstlern, die Türen zu etwas Neuem aufstoßen.“

Zum Beispiel die Arbeit von Wolfgang Tillmans mit seinen kompromisslosen, desillusionierenden Fotografien. Buchholz war der Erste, der Werke des Modefotografen in der Kunstszene zeigte und Boros einer seiner ersten Käufer. Das war 1993. Für ein Bild bezahlte er damals umgerechnet etwa 180 Euro. Heute muss er für kleinformatige, in einer Auflage von zehn Exemplaren aufgelegte Arbeiten bereits 5 000, für große Abzüge 30 000 Euro zahlen.

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