Gartenhaus abgebrannt: Eltern haften nicht zwangsläufig für ihre Kinder

Gartenhaus abgebrannt
Eltern haften nicht zwangsläufig für ihre Kinder

Ein elfjähriger Junge hat beim Zündeln ein Gartenhaus abgebrannt. Klarer Fall, dachten die Geschädigten und forderten Schadenersatz von den Eltern. Doch das Gericht sah keine Haftungspflicht der Eltern.

HB ZWEIBRÜCKEN. Eltern haften nicht zwangsläufig, wenn durch das "Zündeln" ihres elfjährigen Sohnes ein Gartenhaus abbrennt. Das berichtet die Fachzeitschrift "NJW-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht" unter Berufung auf ein Urteil des Pfälzischen Oberlandesgerichts (OLG) Zweibrücken. Denn ihnen könne dann keine Verletzung der Aufsichtspflicht vorgeworfen werden, wenn der Junge bisher nie durch Zündeln oder Sachbeschädigung aufgefallen sei. Eine ständige Beobachtungspflicht hätten die Eltern bei Kindern in diesem Alter nicht mehr (Az.: vier U 137/05).

Das Gericht wies mit seinem Urteil die Schadenersatzklage des Eigentümers eines Gartenhauses ab. Der Kläger verlangte von den Eltern eines damals elfjährigen Jungen Geld. Der Junge soll gemeinsam mit einem Spielkameraden in dem Gartenhaus gezündelt und es dabei in Brand gesteckt haben.

Das OLG sah für eine Haftung der Eltern jedoch keine Rechtsgrundlage. Gerade im ländlichen Bereich sei es üblich, dass Kinder über längere Zeit unbeaufsichtigt spielten. Eltern müssten ihre Kinder in ländlich geprägten Gegenden daher nur dann ständig im Auge haben, wenn Anhaltspunkte dafür vorlägen, dass sie beim Spielen andere schädigten. Solche hätte es hier nicht gegeben.

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