Gaststätten-Urteile
Kneipen-Abend mit bösen Folgen

Ob das Gänseessen mit Freunden oder die Weihnachtsfeier mit Kollegen: Der Spätherbst treibt die Menschen in die Kneipen und Wirtshäuser. Manch feuchtfröhliche Runde endet aber vor Gericht.

Pfütze: Ein Zecher machte sich nach einigen Kölsch auf den Weg zur Toilette und rutschte dabei auf einer "feuchten, glänzenden Stelle" aus. Seine Klage auf Schmerzensgeld für die Sturzverletzungen blieb erfolglos. Der Wirt beteuerte, dass der Boden in der Kneipe regelmäßig gesäubert werde. Zudem sagte die Kellnerin, am fraglichen Abend auf dem Weg zur Toilette nichts gesehen zu haben, "was dort nicht hingehört". Die Richter urteilen: Stolper- oder Rutschfallen müsse der Gast beweisen, schließlich könne "Stolpern oder Ausgleiten vielfache Ursachen haben". Da der Beweis nicht gelungen sei, gehe der Gestürzte leer aus (Oberlandesgericht Köln, 9 U 110/02).

Glas: In einer Gaststätte in Düsseldorf ging es hoch her. Mangels freier Plätze hatten sich einige Gäste auf die Treppe zum Keller gesetzt. Dort herrschte reger Verkehr, da die Garderobe im Keller untergebracht war. Ein Gast trat auf dem Weg nach oben versehentlich gegen ein auf einer Stufe abgestelltes Glas. Es splitterte, und eine der Scherben verletzte einen auf der Treppe sitzenden Besucher an der Hand. Auch dessen Schmerzensgeldklage hatte keinen Erfolg: Die Richter sahen angesichts der überfüllten Treppe "kein Verschulden" des unabsichtlichen Treters (Oberlandesgericht Düsseldorf, 22 U 26/01).

Hocker: Gar nicht locker fiel ein laut Polizeiprotokoll "leicht untersetzter" Westfale nach mehreren Bieren vom Barhocker. Für die beim Abgang erlittene Platzwunde am Hinterkopf forderte er 300 Euro Schmerzensgeld. Schließlich habe der Wirt den Hocker ans Ende der Theke gerückt, sodass er sich nicht an selbiger festhalten konnte. Die Richter waren dem Kläger gewogen. Durch die "unsachgemäße Aufstellung" des Hockers habe der Kneipier gegen seine "Verkehrssicherungspflicht" verstoßen und sei deshalb schmerzensgeldpflichtig (Amtsgericht Unna, 3 C 376/62).

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