Geburtstag
Niki Lauda wird 60

In seiner Heimat Österreich, keine Frage, da ist er immer noch ein gefeierter Held. Niki Lauda, erfolgreicher Rennwagenfahrer und Unternehmer, hat aber auch in Deutschland immer noch viele Anhänger. Am heutigen Sonntag wird der gebürtige Wiener 60 Jahre alt.

WIEN. Während so mancher mit 60 langsam ans Aufhören denkt, ist das Rentnerdasein für den umtriebigen Österreicher immer noch in weiter Ferne. Nach seiner Karriere in der Formel 1 hat er seine Liebe zum Fliegen auch unternehmerisch umgesetzt – als Gründer der Fluggesellschaft „Lauda Air“. Auch mit 60 sitzt er immer noch im Cockpit und fliegt regelmäßig als Kapitän Linienmaschinen bei „Niki“, der zweiten von ihm gegründeten Fluggesellschaft. Er wechselt zwischen Büro und Cockpit, fliegt meistens kürzere Destinationen wie innerhalb Österreichs von Wien nach Innsbruck.

Ganz so geradlinig war seine Karriere als Eigentümer einer Fluggesellschaft dann doch nicht. „Lauda Air“ war kein Selbstläufer. Nach den ersten besseren Jahren entwickelte sich das Unternehmen nicht mehr so gut. Erster Tiefpunkt war der Absturz einer vollbesetzten Lauda-Boeing 767 über Thailand im Jahr 1991 – 223 Menschen verloren damals ihr Leben. Später ging es auch wirtschaftlich schlechter und das Unternehmen landete in den Armen von „Austrian Airlines“, Österreichs größter Fluggesellschaft.

Den unternehmerischen Mut hat Lauda dadurch nicht verloren. Vielleicht liegt das auch daran, dass er 1976 einen der spektakulärsten Unfälle in der Geschichte der Formel 1 überlebt hat. Tagelang kämpften Ärzte damals um das Leben des Österreichs, der mit seinem roten Ferrari auf dem Nürburgring gegen ein Hindernis geknallt war. Schwere Verbrennungen zog er sich damals zu. Seitdem trägt er bei öffentlichen Auftritten stets seine rote Kappe, inzwischen das klar erkennbare Markenzeichen Laudas.

Vor fünf Jahren gründete er „Niki“, seinen zweiten unternehmerischen Anlauf. Das wirtschaftliche Risiko trägt er jetzt nicht mehr allein – mit 24 Prozent ist die deutsche Gesellschaft „Air Berlin“ bei Niki Laudas Unternehmen beteiligt. Beide Fluggesellschaften kooperieren eng miteinander. Niki Lauda kann dadurch die Kosten niedrig halten – und damit wahrscheinlich auch auf Dauer größere wirtschaftliche Probleme wie bei „Lauda Air“ vermeiden.

Sein persönliches Verhältnis zu „Austrian Airlines“ (AUA) ist bis heute nicht ganz spannungsfrei. Lauda hält dem Unternehmen häufiger Missmanagement vor und sieht es als logische Konsequenz, dass die Fluggesellschaft demnächst nach Deutschland verkauft wird. „Austrian kann froh sein, dass es das Lufthansa-Angebot überhaupt gibt“, schimpft er. Die AUA-Führung giftet dann meist zurück. „Lauda sollte einmal vor seiner eigenen Tür kehren“, meinte der bisherige Vorstandschef Alfred Ötsch. Und spielte natürlich darauf an, dass die „Lauda Air“ bei der AUA unterschlüpfen musste.

Solange sich Lauda als Pilot selbst hinter den Steuerknüppel setzt, wird er in Österreich allerdings weiterhin gefragter Interview-Partner in Sachen Luftfahrtgeschäft sein. Die Alpenrepublik hat nicht gerade viele auch international bekannte Prominenz zu bieten. Niki Laudas Weltmeister-Titel in der Formel 1 aus den 70er-Jahren wirken einfach bis heute nach – kaum ein Österreicher würde so etwas so schnell vergessen.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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