Gefahr einseitiger Kundenberatung
Gericht kippt Sixt-Prämie für Reisebüro-Angestellte

Das Prämiensystem des Autovermieters Sixt, mit dem Angestellten von Reisebüros für jede Buchung eines Mietwagens Punkte gutgeschrieben werden, verstößt gegen das Wettbewerbsrecht. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg entschieden.

crz GARMISCH. Sixt hatte den Mitarbeitern für jede Buchung entsprechend dem anwendbaren Tarif eine Gutschrift über einen bis vier Euro versprochen, die in Sachprämien und Bargeld hätten eingetauscht werden können.

Nach Ansicht der Richter besteht die Gefahr, dass die Angestellten der Reisebüros die Kunden einseitig beraten, um dadurch einen kurzfristigen persönlichen Vorteil einzuheimsen. Die Anlockwirkung des Prämiensystems "sixperts" sei keineswegs unerheblich. So würden in großen Reisebüros täglich zwischen 50 und 70 Fahrzeuge vermittelt, was zu Zuwendungen von bis zu 280 Euro führen könne.

Sixt hatte das Prämiensystem vor Gericht mit der Aufhebung von Zugabeverordnung und Rabattgesetz verteidigt und auf andere Kundenbindungssysteme wie das "miles and more"-Programm der Lufthansa verwiesen. Das liege aber neben der Sache, beschied das OLG. In all diesen Fällen gehe es nämlich darum, die Kunden mit Zusatzleistungen anzulocken. Bei Sixt dagegen erhalte der Verkäufer die Vergünstigung.

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