Gegen Rupert Murdoch
Heftiger Widerstand in Großbritannien

Die britische Regierung will Rupert Murdoch daran hindern, den britischen Fernsehanbieter BSkyB komplett zu schlucken. Der Chef des US-Medienkonzerns News Corporation sei bereits zu sehr im britischen Tageszeitungsmarkt engagiert, sagte Wirtschaftsminister Vince Cable.
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LONDON .Rupert Murdoch ist ein Vertreter der "kraftvollen Tugenden", die er jüngst in einer Rede auf die frühere Premierministerin Margaret Thatcher aufzählte. Mit ihnen ausgestattete Individuen seien "aufrecht, energisch, loyal zu Freunden und robust gegen Feinde". Zu Letzteren kann Murdoch jetzt die Regierung in London zählen, die den Chef des US-Medienkonzerns News Corporation daran hindern will, den britischen Fernsehanbieter BSkyB komplett zu schlucken.

Wirtschaftsminister Vince Cable machte gestern von seinem Interventionsrecht Gebrauch, weil er eine zu starke Medienkonzentration befürchtet. Murdoch ist bereits stark im britischen Tageszeitungsmarkt engagiert. Zu News Corp. gehören unter anderem die "Times", das Massenblatt "The Sun" und die Boulevardzeitung "News of the World". An BSkyB hält News Corp. bereits 39 Prozent und will nun noch den Rest kaufen. Für den Fall einer Komplettübernahme hatte auch die EU Bedenken angemeldet. Der 79-jährige Murdoch bestreitet den Vorwurf der Medienkonzentration. Schon jetzt haben er und sein Sohn James, Chairman bei BskyB, über ihren Kontrollanteil das Sagen bei dem Sender. Ihnen geht es eher ums Geld. BskyB gilt als hochprofitabel.

Murdoch ist eine der schillerndsten Gestalten in der Medienwelt - und eine der umstrittensten. Vor allem die teils erzkonservative Ausrichtung seiner Medien ist immer wieder Stein des Anstoßes. Zur News Corp. gehören in den USA das Filmstudio 20th Century Fox, die Fernsehsender-Kette Fox und die Wirtschaftszeitung "Wall Street Journal". In Deutschland kontrolliert Murdoch den in der Dauerkrise steckenden Bezahlsender Sky Deutschland (ehemals Premiere). Schon mehrfach musste Murdoch hier Geld zuschießen.

Matthias Thibaut ist Korrespondent in London.
Matthias Thibaut
Handelsblatt / Korrespondent

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