Gehaltsstreit
Ex-Chef kämpft im Frühjahr gegen die HRE

Anfang 2010 treffen sich Georg Funke und die Hypo Real Estates vor Gericht, es geht um 3,5 Millionen Euro. So viel Gehalt sollte Funke bis 2013 bekommen. Doch er musste abtreten, als der Staat die Bank mit 100 Millionen Euro retten musste. Jetzt muss das Gericht klären, ob Funke beim Kauf der Depfa ordentlich gearbeitet hat.
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FRANKFURT. Der Showdown beginnt im Frühjahr: Voraussichtlich in den ersten drei Monaten des kommenden Jahres treffen sich Georg Funke und sein ehemaliger Arbeitgeber, die Hypo Real Estate (HRE), in München vor dem Landgericht.

Funke musste nach der Beinahe-Pleite des Münchener Immobilienfinanzierers Ende 2008 als Vorstandschef abtreten. Die HRE wurde mit insgesamt 100 Milliarden Euro vom Steuerzahler gerettet und gehört jetzt dem Staat. Funke klagte im März auf Wiedereinstellung. Es geht um rund 3,5 Millionen Euro Gehalt, denn sein Vertrag läuft noch bis 2013. Das bestätigte ein Sprecher des Landgerichts.

Fehler beim Kauf der Depfa?

Beobachter erwarten, dass sich das Verfahren in die Länge ziehen wird. Denn verhandelt wird im sogenannten Urkundsverfahren, bei der beide Seiten ihre Beweise nur schriftlich vorlegen.

Die Vorwürfe der Bank haben es in sich. Funke habe 2007 beim Kauf der Pfandbriefbank Depfa nicht genau genug hingeschaut: Er habe das Geschäftsmodell und die Refinanzierungsstrategie nicht ordentlich überprüft und die riskante Geldpolitik der Depfa, langfristige Kredite kurzfristig zu refinanzieren, in der Finanzkrise nicht rechtzeitig geändert.

Bereits auf der Hauptversammlung im August hatte der Aufsichtsrat Funkes Fehlverhalten moniert. Jetzt ist es Gegenstand des Prozesses. Die HRE wollte sich mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.

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