Gehaltsstudie
Welche Führungskräfte am besten verdienen

Millionenboni für Spitzenmanager werden scharf diskutiert. Doch auch auf der mittleren Führungsebene sind Bonuszahlungen weit verbreitet, zeigt die Vergütungsstudie der Unternehmensberatung Kienbaum.
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Immer wieder kursieren Meldungen über Rekordvergütungen für Manager, dabei bewegt sich die durchschnittliche Bezahlung deutscher Führungskräfte durchaus im Rahmen. Einmal jährlich untersucht die Unternehmensberatung Kienbaum die Bezahlung der Spitzenkräfte und wie sie zustande kommt - mit teilweise überraschenden Ergebnissen.

Bereits zwischen den Branchen unterscheidet sich das Gehalt oft deutlich. Eine Führungskraft der Chemiebranche verdient mit 145.000 Euro satte 22 Prozent mehr als der branchenübergreifende Durchschnitt.  In gemeinnützigen Organisationen werden die Führungskräfte dagegen mit lediglich 88.000 Euro im Jahr eher schlecht entlohnt.

Obwohl insbesondere hohe Bonuszahlen zuletzt immer wieder in die Kritik geraten waren, sind variable Gehaltszahlungen unter Deutschlands Spitzenkräfte immer noch weit verbreitet. Rund 87 Prozent der Führungskräfte haben eine Bonusvereinbarung. Auf oberen Führungsebenen erhalten sogar 93 Prozent eine variable Vergütung. Im Durchschnitt betragen die Bonuszahlungen in diesem Segment 32.000 Euro; das entspricht 20 Prozent des Gesamtgehalts. Auf der mittlerer Führungsebene machen die Bonuszahlen immerhin noch 15 Prozent der Gesamtbezüge. Auf der unteren Führungseben fällt die variable Vergütung mit 8.000 Euro - oder zehn Prozent des Gesamtgehalt- relativ gering aus.

„Boni haben sich in den vergangenen Jahren als Vergütungsinstrument für Führungskräfte in Deutschland flächendeckend durchgesetzt“, sagt Kienbaum-Vergütungsexperte Christian Näser. Für die Unternehmen brächten sie den Vorteil mit, dass sie ihre Personalaufwendungen so in gewissem Umfang an ihre Ertragssituation anpassen könnten. Die Führungskräfte könnten sich bei entsprechender Leistung und einer erfolgreichen Unternehmensentwicklung über teils erhebliche Extrazahlungen freuen.

Ein weiteres Ergebnis der Unternehmensberater ist so logisch wie trivial: Das Gehalt steigt mit der Hierarchieebene. Eine Führungskraft des mittleren Managements kommt auf ein Durchschnittsgehalt von 101.000 Euro - 36 Prozent mehr als eine Führungskraft der operativen Ebene, die eine durchschnittliche Vergütung von 74.000 Euro im Jahr erhält. Im oberen Management sind die Gehaltsunterschiede noch deutlicher: Dort liegt das Durchschnittsgehalt mit 155.000 Euro Jahresgesamtbezügen sogar 109 Prozent über einer operativen Führungskraft.

Aber auch die Unternehmensgröße ist ein starker Einflussfaktor auf die Höhe der Managergehälter. Bei Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigen liegt das Gehalt der Führungskräfte mit 151.000 Euro jährlich im Schnitt 68 Prozent höher als bei kleinen Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern, die auf ein Jahresgehalt von 90.000 Euro kommen.

Auch Ausbildung der Unternehmensleiter beeinflusst ihre Entlohnung: Führungskräfte mit Promotion kommen auf ein Durchschnittgehalt von 201 000 Euro im Jahr.

 

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  • Dass Frauen immer noch weniger verdienen, ist eine absolute Frechheit. Ich denke aber auch, dass man sehen kann, dass sich das Bewusstsein für die Ressource Frau in immer mehr größeren Unternehmen verändert. Sie wissen wie wichtig gute Führungskräfte sind, egal ob männlich oder weiblich. Das lassen sie sich auch etwas kosten. Ein gutes Beispiel ist das LuK-Werk in Ungarn, das zwei Frauen im Management hat, Mathe Agnes und Rita Kenyeres. Dass sich zwei Frauen in dem Top-Management befinden, wird oft darauf zurückgeführt, dass auch der Mutterkonzern Schaeffler von einer starken Frau geführt wird, Maria-Elisabeth Schaeffler. Sicher keine allzu falsche Einschätzung, aber gerade dadurch das auch bei Schaeffler die Fäden zieht, herrscht hier ein Bewusstsein dafür, dass gewisse smarte soft Skills besonders stark bei Frauen ausgeprägt sind.

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