„Geliehene Experten“ liegen im Trend
Engineering-Dienstleister profitieren vom Wunsch nach Flexibilität

Die Branche der Engineering-Dienstleister blüht im Verborgenen. Zehn bis 20 Prozent Wachstum Jahr für Jahr melden die wichtigsten Anbieter, denn gerade kleinere Unternehmen greifen vermehrt auf "geliehene Experten" zurück.

BERLIN. "Jeder arbeitet mit eingekauften Engineering-Dienstleistungen, aber keiner gibt es zu", sagt Michael Witte, Vorstand der Euro Engineering AG in München. Vom Mercedes-Straßenfahrzeug bis zum Airbus gebe es nur wenige Produkte, in denen kein Know-how zum Beispiel aus dem Hause Euro Engineering stecke, sagt Witte. "Aber nirgendwo steht unser Name drauf."

Zehn bis 20 Prozent Wachstum Jahr für Jahr melden die wichtigsten Engineering-Dienstleister. Mehr als 1 000 Ingenieursstellen könnten die drei großen der Branche, Ferchau, Brunel und Euro Engineering von heute auf morgen besetzen. Marcus Pabsch vom Konkurrenten Brunel GmbH in Bremen bestätigt das: "Die Nachfrage nach Ingenieuren ist hoch, sie lässt sich derzeit nicht zu 100 Prozent bedienen."

Unternehmen wie Brunel werden häufig als Zeitarbeitsfirmen wahrgenommen, weil sie Ingenieure verleihen und bisweilen auch Abspaltungen von Zeitarbeitsfirmen sind. Die Brunel GmbH ist eine Tochter der niederländischen Brunel International, Euro Engineering ist aus der Deutschen Industrie Service AG (DIS) hervorgegangen, ebenfalls auf dem Markt der Zeitarbeit aktiv.

Die Branche bestellt allerdings ein deutlich weiteres Feld. Engineering--Dienstleister unterstützen die Industrie bei der Produktentwicklung. Es folgen die Konstruktion, das Testen, der Bau oder die Simulation von Prototypen. Vor allem mittelständische Unternehmen halten nicht immer eigene Abteilungen für Forschung und Entwicklung vor.

Entweder sie vergeben einen Entwicklungsauftrag komplett an einen Dienstleister. Oder sie holen sich für die Dauer eines Projektes dessen Leute ins Haus. Marcus Pabsch von Brunel wundert sich, dass dieser Weg in Deutschland noch eher selten beschritten wird. Dabei biete dass Verfahren seiner Ansicht nach nur Vorteile: "Dienstleister zu beschäftigen, bringt Know How ins Haus."

So haben sich zwischen den Engineering-Dienstleistern und der Industrie dauerhafte strategische Partnerschaften herausgebildet. Die meisten großen Dienstleister arbeiten regelmäßig mit Airbus und DaimlerChrysler zusammen. Auch ABB, Siemens, Continental und der Bergbau zählen zu den Kunden der Branche. Die Unternehmen unterhalten Stützpunkte. In Hamburg sitzen die Spezialisten für den Schiffbau und die Flugzeugindustrie, rund um Stuttgart sind eher Fachkräfte für den Fahrzeugbau konzentriert. Dazu kommen überregionale Kompetenzzentren.

Seite 1:

Engineering-Dienstleister profitieren vom Wunsch nach Flexibilität

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%