General Motors: Bob Lutz – US-Autolegende steht vor Comeback

General Motors
Bob Lutz – US-Autolegende steht vor Comeback

Bob Lutz ist eine lebende Legende der US-Autoindustrie. Den Autobauer General Motors hat er mit durch die Insolvenz geführt. Danach war Schluss. Jetzt steht vielleicht die Rückkehr des großen Car-Guys an - mit 79 Jahren.
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DüsseldorfOffiziell ist Bob Lutz raus aus dem Geschäft, aus einer Branche, die er über Jahrzehnte mit geprägt hat: der Autoindustrie. Der amerikanische Manager war bei BMW, bei Ford, bei Chrysler und zwei Mail bei General Motors in leitenden Positionen an Bord. Und es gibt Manager, für die gilt offenbar keine Altersgrenze. Bob Lutz gehört dazu. Auch mit 79 Jahren kann sein letzter Arbeitgeber, der US-Autoriese General Motors, nicht von ihm lassen – und das nicht einmal ein Jahr nachdem Lutz als GM-Vize eigentlich in den Ruhestand gegangen war. Aber immer wieder greift in der Detroiter Konzernzentrale ein Manager zum Telefon – und ruft Lutz an, wie unlängst GM-Vize-Chef Stephen Girsky der Detroit News bestätigte.

Da klingt es durchaus nicht abwegig, Lutz gleich ganz wieder aus dem Unruhestand zurück und bei General Motors als „Berater“ an Bord zu holen. Dass das bald der Fall sein könnte, will neben der „Detroit News“ auch „The Daily Beast“ aus Unternehmenskreisen erfahren haben. Angeblich scheitert eine schnelle Rückkehr von Lutz nur noch am Widerstand des US-Finanzministeriums, das mit einem Beratervertrag für den bereits pensionierten Lutz eine schlechte Presse fürchtet.

GM schweigt sich offiziell aus – weist aber darauf hin, dass Lutz ein Manager mit außerordentlicher Erfahrung in der Automobilindustrie sei. Und die kann General Motors eigentlich mehr als gut gebrauchen – und das nicht nur deshalb, weil mit Daniel „Dan“ Akerson kein „Car-Guy“, also Autofachmann, mehr an der Konzernspitze steht.

Denn was Produktentwicklung, Design oder Markensteuerung angeht, galt GM lange als eher glücklos – weil der Autokonzern allen Marktforschungen zum Trotz halt letztlich doch nicht den Geschmack der Masse traf. Anders Lutz, der schlicht oft auf seine Erfahrung und vor allem sein Baugefühl vertraute – und nicht mit harten Worten sparte.

Als er in Detroit wieder an Bord ging, fiel seine Kritik einiger Modelle vernichtend aus: Diese, so Lutz, sähen eher wie wütende Küchengeräte aus. Eine Neuauflage des Opel Vectra kanzelte er noch beim Produktstart ab: "Dazu kommt, dass der Opel Vectra, obwohl er ein hervorragendes Automobil ist, optisch etwas bieder ausgefallen ist. Das Portemonnaie springt einem offen gesagt nicht aus der Tasche, wenn man einen Vectra sieht." Und das Modell Signum, so Lutz später, beantworte Fragen, die noch kein Autokäufer gestellt habe. Positiv ist das nicht. Die Opelaner in Rüsselsheim tobten.

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