General Motors
Humorvoller Hardliner: Der neue GM-Chef Henderson

Nicht nur sein deutscher Rufname macht den neuen GM-Chef Frederick A. (“Fritz“) Henderson zum Hoffnungsträger für die deutschen Opel-Werker. In gerade 19 Monaten als Chef der Europa-Tochter von GM in Zürich von Mitte 2004 bis Ende 2005 hat er einen positiven Eindruck hinterlassen, der auch drei Jahre später noch nachhallt - obwohl er 12 000 Stellen abbaute.

FRANKFURT. Fritz Henderson wirkt müde. Der Topmanager des kriselnden Autobauers General Motors steht Anfang März im Salon G des Genfer Konferenzcenters. Er muss beim Autosalon eine Frage nach der anderen über die ungewisse Zukunft der deutschen GM-Tochter Opel beantworten. Gerne würde der Mann mit dem kleinen Schnurrbart und dem Auftreten eines US-Colonels über die Hauptattraktion sprechen: das neue Opel-Elektroauto Ampera, das ab 2011 vom Band laufen soll.

Aber wer will schon über ein Auto reden, wenn derzeit nicht einmal klar ist, ob der dazugehörige Hersteller und dessen Mutterkonzern noch dieses Jahr übersteht?

So fügt sich Henderson in sein Schicksal und wirbt in Genf um Verständnis für die schwierige Lage des US-Konzerns. „Es gehört nicht viel Fantasie dazu, um sich vorzustellen, was passiert, wenn die US-Regierung uns keine Staatshilfen gewährt. Dann“, spricht Henderson mit leiser Stimme, „droht die Insolvenz.“

Der bisherige GM-Vizechef, der nun bis auf weiteres das Steuer des krisengeschüttelten Autokonzerns übernimmt, weiß deshalb, was die Stunde geschlagen hat. US-Präsident Barack Obama hat dem größten Autohersteller der Vereinigten Staaten zwar noch eine letzte Galgenfrist gewährt. Doch mit dem Hinausdrängen des bisherigen Vorstandschefs Rick Wagoner setzt er auch ein klares Zeichen, dass er mit den bisherigen Fortschritten beim eingeforderten Sanierungsplan äußerst unzufrieden ist.

Viel Zeit bleibt dem 50-Jährigen Henderson nicht, der mit seinen leichten Pausbacken so harmlos wie ein gutmütiger Onkel wirkt, doch intern als knallhart beschrieben wird. Er muss möglichst schnell konkrete Fortschritte bei den laufenden Gesprächen mit den Gläubigern und der einflussreichen Gewerkschaft UAW vorweisen, die eigentlich bereits bis Ende dieses Monats abgeschlossen sein sollten.

Bleibt ein Erfolg aus, droht die US-Regierung, den Stecker zu ziehen und den Konzern in eine kontrollierte Insolvenz zu geleiten – ein Schreckensszenario für die Damen und Herren in den Glastürmen der GM-Zentrale in Detroit. Dann müsste das Management endgültig das Steuer abgeben.

Der erfahrene Sanierungsexperte Henderson steht also im Konzern vor seiner größten Bewährungsprobe. Eine Bewährungsprobe, die in den nächsten Monaten auch entscheidende Bedeutung für die Zukunft der deutschen Tochter Opel haben wird.

Henderson gilt vielen hierzulande durchaus als Hoffnungsträger, obwohl er vor wenigen Jahren als GM-Europachef noch das härteste Sanierungsprogramm der Firmengeschichte durchzog. Henderson sei ein Mann, mit dem man argumentieren und den man mit Argumenten auch überzeugen könne, lobt Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz den neuen Topmanager ausdrücklich.

Nicht nur das. Der kleingewachsene, untersetzte Harvard-Absolvent, der eigentlich Frederick heißt, den alle aber nur Fritz nennen, trägt den Spitznamen „Fix-it Fritz“. Denn mit Henderson rückt ein Mann an die Spitze von GM, der als äußerst entscheidungsfreudig und durchsetzungsfähig gilt.

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