Generationswechsel bei PPR: François-Henri Pinault muss beweisen, dass er mehr ist als der Strohmann seines Vaters: Henri, übernehmen Sie!

Generationswechsel bei PPR: François-Henri Pinault muss beweisen, dass er mehr ist als der Strohmann seines Vaters
Henri, übernehmen Sie!

Er setzt morgens die Gucci-Brille auf die Nase, sie schlüpft in Gucci-Schuhe und ins Yves-Saint-Laurent-Kostüm. Der jugendliche Stammhalter trägt sportliches Schuhwerk von Converse. Dann geht die Familie einkaufen: Möbel bei Conforama, einen Computer bei der FNAC und noch einige Lichtschalter Marke Rexel. Nach einem Bummel durchs Kaufhaus „Printemps“ locken Schnäppchen auf der aktuellen Auktion bei Christie’s.

DÜSSELDORF. Während der Senior für die Dame seines Herzens bei Boucheron nach Diamantenem fahndet, wirft Madame einen Blick ins Politik-Magazin „Le Point“. Zum Dinner gönnt man sich eine Flasche Château Latour.

So sah er lange aus, der perfekte Tag der Kunden der Familie Pinault. Von der Steckdose über Luxusschuhe bis zum Fernsehsender gab es alles bei Pinault Printemps Redoute. PPR und sein Gründer François Pinault, 69, schmückten sich gerne mit Luxus und Glamour – tatsächlich war PPR ein Gemischtwarenladen.

Der hat Pinault senior zu einem der reichsten Männer Frankreichs gemacht. Aber nun bricht eine neue Zeit an bei PPR: Ab dem 21. März ist es nun an Sohn François-Henri, 42, das Sechs-Milliarden-Euro-Familienvermögen zu mehren. Pinault junior löst PPR-Chef Serge Weinberg ab, der den Konzern seit 1995 führt.

PPR kehrt damit zur französischen Tradition zurück, dass börsennotierte Großkonzerne von ihren Gründerfamilien geführt werden. Beispiele sind der Bau- und Telefonriese Bouygues, die Mediengruppe Lagardère und der große Rivale von PPR, die Luxusgruppe Moët-Hennessy Louis Vuitton (LVMH) von Bernard Arnault.

Als neuer PPR-Chef muss François-Henri Pinault allerdings beweisen, dass er mehr sein kann als nur der Strohmann seines berühmten Vaters. Der Markt gab dem Junior einen Misstrauensvorschuss mit auf den Weg: Die PPR-Aktie verlor am Dienstag über drei Prozent, nachdem der Konzern den Führungswechsel bekannt gegeben hatte. Immerhin: „Der Moment für den Generationswechsel ist klug gewählt“, sagt der Analyst einer Großbank in Paris. Dank Weinberg scheint PPR das Gröbste hinter sich zu haben. Terrorangst, Luxuskrise und allgemeine Konsumflaute setzten dem Geschäft seit 2001 schwer zu. Weinberg definierte das Kerngeschäft neu und gab dem Konzern wieder eine klare Strategie: Luxus und Massengeschäft sollen die „neue PPR“ sein. Alles andere gehört weg – und vieles davon hat Weinberg bereits verkauft, etwa das Konsumkreditgeschäft Finaref, den Elektrohersteller Rexel, den Büroartikler Guilbert und das Holzgeschäft Pinault Bois & Matériaux, die Keimzelle von PPR. Die Bereinigung des Portfolios brachte 7,5 Milliarden Euro.

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