Generationswechsel nach Plan
Porsche rekrutiert neuen Vorstand beim Konkurrenten BMW

Porsche bedient sich bei Besetzung des Vorstands wieder beim Konkurrenten BMW. Neuer Vertriebschef wird der 48-jährige BMW-Manager Klaus Berning.

STUTTGART. Berning ersetzt den seit zwölf Jahren amtierenden Vorstand Hans Riedel, der den Konzern mit 58 Jahren auf eigenen Wunsch verlässt. Riedel war ebenfalls von BMW zu Porsche gewechselt und einer der Weggefährten von Vorstandschef Wendelin Wiedeking. Zu Riedels größten Verdiensten gehört sicherlich die Markteinführung des Geländewagens Cayenne, mit dem der Sportwagenbauer ein völlig neues Segment für sich eroberte. Aufsichtsratschef Helmut Sihler sagte, das Gremium habe sich gewünscht, dass derMarketing- und Vertriebsexperte Riedel noch länger an Bord geblieben wäre. Aber Riedel zieht es zu seiner Familie, die noch in München wohnt.

Auch Entwicklungschef Wolfgang Dürheimer kam einst von BMW. Manager aus der Münchener Schule passen von der Mentalität und Ausrichtung auf sportliche Fahrzeuge her gut zu Porsche, sagt ein Branchenkenner. Die zeitliche Nähe von Bernings Verpflichtung zum Führungswechsel bei BMW dürfte nicht zufällig sein. Bei BMW werden künftig alle Vorstände kaum älter als 50 Jahre sein. Ein Aufstieg in den BMW-Vorstand erscheint für andere Führungskräfte in nächster Zeit schwierig.

Porsche besetzt den Posten von außen, obwohl es intern mehrere Bewerber gab. Zumindest dürfte sich jetzt keiner der internen Aspiranten übergangen fühlen.

Auch der langjährige Personalchef Harro Harmel verlässt Porsche. Der 64-Jährige wird im Mai 2007 durch den 44-jährigen Deutsche-Telekom-Manager Thomas Edig ersetzt. Harmel war seit 1991 im Vorstand und musste vor allem in seiner Anfangszeit, als Porsche noch angeschlagen war, 2 000 Stellen abbauen.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat damit den Generationswechsel im Vorstand umgesetzt. Auf eines können sich die Neuen einstellen: Große Auftritte haben einfache Vorstände bei Porsche nicht. Es gibt weder ein Foto im Geschäftsbericht noch äußern sie sich – mit Ausnahme von Finanzchef Holger Härter – zum Geschäft.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent
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