Georg Funke Staatsanwaltschaft will Ex-HRE-Chef vor Gericht stellen

Die Hypo Real Estate musste in der Finanzkrise mit Steuergeldern gerettet werden und wurde verstaatlicht. Jetzt soll sich Ex-Chef Georg Funke in einem Strafprozess verantworten. Doch wo er sich aufhält, ist unklar.
2 Kommentare
Ehemaliger HRE-Chef Funke (Archivbild): „Es ist Anklage erhoben worden“. Quelle: dpa

Ehemaliger HRE-Chef Funke (Archivbild): „Es ist Anklage erhoben worden“.

(Foto: dpa)

MünchenDer Ex-Chef der notverstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate, Georg Funke, muss einen Strafprozess für sein Verhalten in der Finanzkrise fürchten. „Es ist Anklage erhoben worden“, sagte Funkes Verteidiger Wolfgang Kreuzer der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“.

Die Staatsanwaltschaft München habe allerdings einen großen Teil der Vorwürfe fallen gelassen, denen sie in den mehr als sechs Jahre langen Ermittlungen nachgegangen war, sagte der Anwalt. Das Landgericht München prüfe nun, ob es die Anklage zulasse. Funke weise die Vorwürfe zurück und strebe im Falle eines Gerichtsverfahrens einen Freispruch an.

Sollte das Landgericht die Klage zulassen, müsste Funke als Angeklagter persönlich vor Gericht erscheinen. Im Zivilprozess um Schadenersatzforderungen ehemaliger Aktionäre hatte er seine Aussage im Februar in letzter Minute abgesagt.

Der Beinahe-Zusammenbruch der Hypo Real Estate im Jahr 2008 war eines der dramatischsten Kapitel der Finanzkrise. Der Bund rettete die einst größte deutsche Immobilienbank mit Milliardenstützen, Funke wurde aus dem Amt gedrängt. Der Banker, der vielen als Hauptfigur der Finanzkrise in Deutschland galt, wanderte schließlich nach Mallorca aus und handelte dort als Makler mit Luxusimmobilien.

Wo er derzeit lebt, ist unklar. In der Öffentlichkeit trat Funke nicht mehr auf, wehrte sich aber aus der Ferne gegen den Vorwurf, für das HRE-Drama verantwortlich gewesen zu sein. Der Fall hat mehrere Rechtsstreitigkeiten nach sich gezogen.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Donnerstag lediglich, dass die Ermittlungen gegen die acht beschuldigten Ex-Vorstände um Funke abgeschlossen wurden. Sie sollen in offiziellen Firmenberichten die Lage der Bank geschönt haben. Über den Stand würden nun zunächst die Beteiligten informiert. Das Gericht lehnte eine Stellungnahme ab.

  • rtr
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Georg Funke - Staatsanwaltschaft will Ex-HRE-Chef vor Gericht stellen

2 Kommentare zu "Georg Funke: Staatsanwaltschaft will Ex-HRE-Chef vor Gericht stellen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der sollte auch bestraft werden ! Aber warum wurde gerade der HRE-Bank so schnell und unbürokratisch geholfen ? Weil in der HRE die Beamtenpensionen gelagert und z.T. verspekuliert wurden . Das allein war der Grund. Wären das die Renten von z.B. den Bergleuten gewesen oder die normalen Renten hätte man die Schultern hochgezogen mit den Worten : Pech gehabt !

  • Funke gehört du den größten Finanzverbrechern der Neuzeit. Dieser Vogel gehört vor die Wand!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%