Georg Pölzl
Telekom-Manager auf Abwegen

Georg Pölzl, Deutschlandchef von T-Mobile, war zuerst Sparkommissar der Telekom. Nun fällt sein Job weg. Deshalb will er an die Spitze der österreichischen Post wechseln.

DÜSSELDORF/WIEN. Der Konzernumbau der Deutschen Telekom führt dazu, dass der erste Manager sich nach einem neuen Posten umschaut: Georg Pölzl, Chef der Mobilfunktochter T Deutschland, -Mobile hat sich in seiner Heimat Österreich für den Chefposten bei der österreichischen Post beworben. Das berichten mehrere Quellen aus der Branche.

"Seine Chancen stehen gut", sagt ein Insider. "Es gibt aber noch zwei bis drei weitere Kandidaten." Eine Entscheidung soll am 15. Juni fallen. Dann tagt der Aufsichtsrat der Post, der nach Angaben aus Unternehmenskreisen über die Personalie entscheiden soll.

Pölzl selbst wollte sich nicht äußern. Die Telekom sagte, er habe einen gültigen Vertrag und sie gehe davon aus, dass er ihn auch erfüllen werde. Manager-Verträge bei der Telekom laufen in der Regel fünf Jahre, Pölzl ist aber erst seit gut zwei Jahren in Bonn. Konzernchef René Obermann hatte den 52-Jährigen kurz nach seinem Amtsantritt in die Zentrale geholt und ihn zunächst zum Sparkommissar ernannt. Zuvor hatte der geborene Österreicher T Austria-Mobile geleitet. Seit Anfang des Jahres führt er T Deutschland. -Mobile

Diese Stelle fällt jedoch bald weg, weil die Telekom ihre Festnetz- und Mobilfunksparte in Deutschland zusammenlegt. Für die neue Einheit hat sie bereits den Niederländer Niek Jan van Damme als Chef auserkoren. Allerdings dürfte die Telekom in der schwierigen Phase des Umbaus und wegen des Preiskampfes auf dem deutschen Markt kaum sofort auf Pölzl verzichten wollen. Falls er in der Alpenrepublik tatsächlich oberster Postler wird, gilt als wahrscheinlichste Lösung, dass er erst in einem Jahr antritt.

Bis dahin könnte der aktuelle Übergangschef der Post, Rudolf Jettmar, bleiben. Jettmar ist bereits 62 und soll deshalb nach dem Willen der Wiener Regierungsparteien nicht mehr allzu lange an der Spitze stehen. Er hatte dieses Amt übernommen, nachdem Vorstandschef Anton Wais im Frühjahr aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig abgetreten war.

Pölzls Kandidatur hat allerdings einen Nachteil: Er ist nicht sonderlich gut in die politische Szene in Wien eingebunden. Bei der Post - auch nach dem Börsengang noch zu 51 Prozent in Staatsbesitz - reden die beiden Regierungsparteien SPÖ und ÖVP kräftig mit. Eine wichtige Position wie der Vorstandsvorsitzende der Post wird nicht ohne deren Zustimmung besetzt.

Traditionell ist die Post in Österreich eine Domäne der Sozialdemokraten. Die SPÖ hat in den vergangenen Wochen aber keinen eigenen aussichtsreichen Kandidaten gefunden und muss daher das Feld der anderen Regierungspartei überlassen. Pölzl ist aber ein Kandidat der konservativen und wirtschaftsfreundlichen ÖVP.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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