Georg von Opel
Mann mit einem guten Riecher

Wie Georg von Opel, ein Nachfahre von Adam Opel, mit seiner Investmentgesellschaft GOV das Familiensilber rettet.

ZÜRICH. Eigentlich sind die Eltern schuld. Ihren Erstgeborenen haben sie Georg genannt. Er heißt so wie der Vater: Georg von Opel. Den zweiten haben sie Gregor genannt, Gregor von Opel. Er heißt fast so wie der Vater. Und seitdem kämpft Georg, wie es sein Geschäftspartner beschreibt, gegen diesen „R-Fehler“.

Georg von Opel wehrt sich dagegen, mit seinem jüngeren Bruder Gregor verwechselt zu werden. Der übernahm eine Reihe von Autohäusern und hatte damit vielleicht die engste Bindung zu den Wurzeln dieser Familie, die Namensgeber für eine Automarke geworden war. Ärgerlich nur, das Gregor von Opel mit den geerbten Autohäusern vergangenes Jahr in die Insolvenz kurvte. Und nicht nur das: Der jüngere Bruder hat sich vor fünf Jahren auch noch beim schweizerisch-deutschen Grenzübergang Neuhaus vom Zoll mit verfänglichen Dokumenten auf dem Beifahrersitz erwischen lassen. Es ging darin um viel Familienvermögen, das in Liechtensteinischen Stiftungen ruhte. Seither sagt Georg von Opel, der ältere Bruder: „Ich habe geschäftlich nichts mehr mit der Familie zu tun. Da muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen.“

Georg von Opel ist 41 Jahre alt, trägt einen dunklen Nadelstreifenanzug, dessen Jackett er abgelegt hat. Er hat ein eher rechteckiges Gesicht, blaue Augen und vielleicht das, was man ein energisches Kinn nennen könnte. „Bodenständig, unprätentiös, keine Flausen im Kopf“, so beschreibt ihn einer, der mit ihm arbeitet.

Georg von Opel kaut rosagebratenes Kalbfleisch im holzgetäfelten Clubzimmer eines Hotels am Zürcher Paradeplatz. „Vonopel“, sprechen sie ihn hier in der Schweiz aus, wo der Blutsadel schon vor Urzeiten dem Geldadel gewichen ist – „Vonopel“ in einem Wort mit Betonung auf dem ersten „o“. So wie Vontobel, den Zürcher Privatbankier, oder „Vonfinck“, den deutschen Edelmann und Industriellen, der in der Schweiz gerade Mövenpick komplett übernommen hat, um nur mal eine kleinere Beteiligung zu nennen.

Georg von Opel gehört auch in diesen Kreis der deutschen Industriellen, die es mit Wohnsitz in der Schweiz und in London und mit soliden Beteiligungen an Schweizer Firmen geschafft haben, sich einen guten Lebensstandard zu sichern. Das Traditionskaufhaus Jelmoli an der Zürcher Bahnhofstraße gehört zu seinen Engagements , ebenso die Schweizer Bank Valartis. Bei Karstadt/Quelle stieg er auch ein, als es günstig war.

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