Gerd Becht
Aktiver Kämpfer für Datenschutz bei der Bahn

Als Konsequenz aus dem Datenschutzskandal bei der Deutschen Bahn vor eineinhalb Jahren wurde Gerd Becht als Verantwortlicher für Datenschutz, Recht und Compliance bestimmt. Jetzt hat der Jurist sein bislang wichtigstes Ziel erreicht.
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BERLIN. Ein gutes Jahr hat Gerd Becht gebraucht, um nach seinem Amtsantritt bei der Deutschen Bahn sein bislang wichtigstes Ziel zu erreichen: den Abschluss einer Betriebsvereinbarung zum Datenschutz der rund 160 000 Beschäftigten im Inland. Der 58-Jährige ist im Bahnvorstand zuständig für Datenschutz, Recht und Compliance, also oberster Korruptionsbekämpfer des Konzerns.

Das Ressort wurde als Konsequenz aus dem Datenschutzskandal der Bahn neu geschaffen: sichtbares Zeichen der Konzernspitze dafür, dem Datenschutz höchste Bedeutung zu geben. Die Bahn hatte jahrelang Mitarbeiter, Politiker und Journalisten ausgespäht.

Becht, der als ruhig und sachlich charakterisiert wird, nannte die Vereinbarung ein "Zeichen kulturellen Wandels" bei der Bahn. Als Folge des Skandals war vor eineinhalb Jahren fast der gesamte Vorstand ausgewechselt worden. Die Bahn musste ein Bußgeld von 1,2 Mill. Euro zahlen. Vize-Betriebsratschef Jens Schwarz würdigte das 37-Seiten-Papier als "zukunftsweisendes Regelwerk". Mit Becht sei erfolgreich zusammengearbeitet worden.

Tatsächlich musste der Jurist, der sich sein halbes Berufsleben mit Wirtschaftskriminalität und Korruption beschäftigt hat - zuletzt im Daimler-Konzern -, zahlreiche Widerstände im Unternehmen brechen, um die zähen Verhandlungen abzuschließen. Doch der Frankfurter gilt nicht nur als dialogbereit, sondern auch als zielstrebig. Die neue Vereinbarung regelt verschiedene Punkte zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter. So muss der Zweck einer Datensammlung vorher genau festgelegt sein. Beim Verdacht einer Straftat wird der Betriebsrat frühzeitig informiert.

Silke Kersting
Silke Kersting
Handelsblatt / Korrespondentin

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