Gericht lässt Firma für Verlust von Digital-Akten haften
EDV-Lieferant muss Datensicherung einbauen

Übernimmt es der Lieferant einer EDV-Anlage, diese bei einem ungeübten Anwender betriebsbereit unter Installation von Computerprogrammen des Anwenders einzurichten, muss der Lieferant dafür Sorge tragen, dass Datenverluste durch Bedienfehler des Anwenders vermieden werden. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg entschieden.

crz GARMISCH. In dem Fall waren digitalisierte Patientenakten in einer Arztpraxis verloren gegangen, weil die Sicherungsroutine nicht dem Stand der Technik entsprach. Dies führte dazu, dass die Sicherung der Daten bereits ausgelöst wurde, bevor alle Programme geschlossen waren, mithin eine komplette Sicherung der Datenbank nicht stattfinden konnte. Deshalb verweigerte der Kunde die Bezahlung und rechnete mit Schadensersatzansprüchen auf.

Gegen einen solchen durchaus nahe liegenden Bedienfehler hätte der Lieferant leicht Vorsorge treffen können, stellten die Richter in Übereinstimmung mit dem beauftragten Sachverständigen fest. Durch einen einfachen "shutdown immediate"-Befehl hätte sichergestellt werden können, dass die Datenbankanwendungen in jedem Fall vor der Sicherung beendet gewesen wären. Die Aufklärung des Kunden reiche regelmäßig nicht aus. Wenn ein Funktionsausfall derart leicht vermieden werden kann, ist der Fachmann dazu verpflichtet, diesen sicheren Weg zu wählen.

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