Gericht ordnet Verwalter für Drei-Eigentümer-Haus an
Selbst die kleinste Hütte braucht einen Chef

Selbst in kleinen Wohneinheiten wie einem Zweifamilienhaus muss die Eigentümergemeinschaft auf Verlangen auch nur eines Wohnungseigentümers einen Verwalter bestellen.

HB/crz GARMISCH. Kommt es allerdings im Lager der Eigentümer wegen der sich neutralisierenden Mehrheitsverhältnisse zu keiner Einigung, kann statt dessen das zuständige Wohnungseigentumsgericht einen Verwalter bestellen. Aus einem neuen Beschluss des Oberlandesgerichts (OLG) Saarbrücken geht hervor, dass das Gericht in einem solchen Fall keineswegs auf einen gewerblichen Verwalter zurückgreifen muss. Vielmehr kann es nach freiem Ermessen einen der Wohnungseigentümer als Verwalter bestimmen - und das trotz etwaiger Meinungsverschiedenheiten unter den Eigentümern.

Im Urteilsfall konnten sich die insgesamt drei Eigentümer einer kleinen Wohnanlage nicht auf einen Verwalter einigen. Das zuständige Gericht bestellte daraufhin einen der Eigentümer, der bislang auch die Bücher für die Gemeinschaft geführt hatte, zum Verwalter.

Mit nur drei Wohnungseigentümern handele es sich bei der Gemeinschaft der Parteien um eine überschaubare Einheit, weshalb die Bestellung einer der Miteigentümer als Verwalter angezeigt gewesen sei, bestätigte das OLG Saarbrücken die Entscheidung der Vorinstanz. Die Verwaltung durch einen Fremdverwalter sei deutlich teurer. Im Übrigen könne der Streit unter den Wohnungseigentümern auch durch einen geweblichen Verwalter nicht aufgelöst werden. Erst bei tiefgreifenden Zerwürfnissen sei die Bestellung eines externen Verwalters angezeigt, betonte das Gericht.

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