Gerichtsbeschluss gegen fristlose Kündigung: Andorfer kehrt zu RTL II zurück

Gerichtsbeschluss gegen fristlose Kündigung
Andorfer kehrt zu RTL II zurück

Der Ex-RTL-II-Chef Josef Andorfer will auch gegen den Gesellschafterwillen in den nächsten Tagen seiner alten Tätigkeit wieder nachgehen.

HB HAMBURG. Das sagte der 48-Jährige, der am 1. Februar entlassen worden war, am Freitag der dpa. „Dazu gehören auch die Teilnahme an der Finanzausschusssitzung des Senders kommende Woche und an einer neuen Gesellschafterversammlung am 7. März“, sagte er.

„Ungeachtet juristischer Auseinandersetzungen mit Herrn Andorfer führt dieser nicht mehr die Geschäfte von RTL II“, entgegnete der Vorsitzende der RTL II-Gesellschafterversammlung, Manfred Braun, vom Hamburger Heinrich Bauer Verlag. „Geschäftsführer des Senders ist Jochen Starke, der die volle Unterstützung der Gesellschafter hat. Im Sinne unserer Verantwortung für den Sender und dessen Mitarbeiter müssen wir die Zukunft gestalten und nicht die Vergangenheit diskutieren.“

Andorfer hatte einen Gerichtsbeschluss gegen seine fristlose Kündigung erwirkt und war am Donnerstag in den Sender zurückgekehrt. Auch am Freitag nahm er seinen alten Platz, der inzwischen bis auf den Schreibtisch selbst leer geräumt worden war, wieder ein. Er habe den Jahresabschluss gelesen, sich um Verträge und den Programmeinkauf gekümmert, sagte Andorfer. Auch mit Starke (39) habe er Kontakt gehabt.

Dieser hatte nach Andorfers Angaben den RTL-II-Mitarbeitern untersagt, mit dem alten Chef zu reden. Viele hätten dieses Verbot jedoch umgangen und mit ihm gesprochen, sagte Andorfer. „Im übrigen freue ich mich, dass es in Deutschland Recht gibt und dass die Programme, die ich für 2005 entwickelt habe, funktionieren.“ Auf eine Reise nach Köln zum Start der sechsten „Big Brother“-Staffel am Dienstag werde er aber verzichten.

Andorfer war in einer Gesellschafterversammlung, in der neben Bauer (31,5 Prozent) die Tele München Gruppe (hält mit Disney 31,5 Prozent) und die RTL Group (35,9 Prozent) vertreten waren, seines Amtes enthoben worden. Der Burda-Verlag, der 1,1 Prozent hält, kritisierte die Zusammenkunft als illegal und kündigte rechtliche Schritte an.

Zwischen Andorfer und den RTL-II-Teilhabern war es in der jüngsten Zeit wegen der Ausrichtung des Senders zu Spannungen gekommen. Die Kritik an der Amtsführung Andorfers bei der Mehrheit der Gesellschafter habe den Schritt notwendig gemacht, erklärte die Bauer-Verlagsgruppe. Der Österreicher, dessen Vertrag bis zum Jahre 2008 datiert ist, führte die Geschicke des Senders seit 1997.

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