Gerold Linzbach
Der Typ Problemlöser

Auf dem künftigen Chef von Heidelberger Druck lasten große Erwartungen. Die Krise auf dem Printmarkt hat den Umsatz des Konzerns deutlich geschrumpft. Linzbach soll den rasanten Fall stoppen – mit mehr Härte.
  • 1

FrankfurtGerold Linzbach macht sich rar. Zur heutigen Hauptversammlung von Heidelberger Druck werde er nicht kommen, hieß es in seinem Umfeld. Viele Aktionäre hätten ihn gerne im Mannheimer Kongresszentrum Rosengarten gesehen. Denn Linzbach wird ab September die Führung über den weltgrößten Hersteller von Druckmaschinen übernehmen.

Der 56-Jährige folgt auf Bernhard Schreier, der nach dreizehn Jahren an der Vorstandsspitze das Unternehmen verlassen wird. Da Heidelberger Druck den Wechsel erst vergangene Woche bekanntgegeben hat und es bis zu seinem Amtsantritt noch einige Wochen dauert, sieht Linzbach noch nicht die Zeit für einen öffentlichen Auftritt gekommen.

Dennoch sind die Erwartungen an ihn schon jetzt immens hoch. Unter Schreiers Führung hat sich das Unternehmen aus Heidelberg zwar zum unangefochten größten Produzenten von Bogendruckmaschinen weltweit entwickelt, die zum Bedrucken von Verpackungen oder Hochglanzmagazinen verwendet werden. Unter Schreier erlebt Heidelberger Druck aber auch einen beispiellosen Absturz.

Linzbach soll das beinahe Unmögliche möglich machen und diese Entwicklung stoppen. Mit der Krise auf dem Printmarkt und der Konjunkturschwäche schrumpfte der Umsatz binnen weniger Jahre um ein Drittel auf zuletzt 2,6 Milliarden Euro. Eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht. Die von Schreier eingeleiteten Sparprogramme reichen daher nicht aus.

Von Linzbach, dem früheren McKinsey-Berater, erhofft sich der Aufsichtsrat mehr Härte. Er hat in seiner bisherigen Karriere häufig die Posten gewechselt, sei vom Typ eher ein Problemlöser, heißt es im Umfeld von Heideldruck. Sind die Schwierigkeiten bei einer Firma gelöst, zieht es ihn weiter.

Bei Hoechst aber hat Linzbach bewiesen, dass er es auch länger in einem Unternehmen aushalten kann. Bei dem Chemie- und Pharmakonzern blieb er mehr als zehn Jahre. Dort war er unter anderem mit der Leitung des Ressorts Unternehmensplanung betraut.

Kommentare zu " Gerold Linzbach: Der Typ Problemlöser"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • zum Stellen kürzen, sorry - "Restrukturieren" braucht man weder ein Studium noch verdient man sich journalistische Lobeshymnen. Einfach Produkte herstellen die der Markt braucht. Aber kurzfristig orientierte "Problemlöser" die nach der ersten Bilanzfrisur mit geschwellter Brust wieder weiterziehen können es sich natürlich nicht leisten F&E-budgets einzurichten und langfristig zu handeln.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%